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Verlage
Montag, 29. Dezember 2008 (11:30 Uhr)


BI/Brockhaus steckt neue Ziele ab

Kompass wird neu justiert

Trennung von der Umsatzsäule lexikalisches Nachschlagen, Komplettaufgabe des Standortes Leipzig mit Streichung von 60 Stellen: Bei der Langenscheidt-Tochter BI/Brockhaus steht strategisches Umdenken auf der Agenda. Nach dem Verkauf der traditionsreichen, aber im stationären Buchhandel zuletzt schwächelnden Marke Brockhaus an die Bertelsmann-Tochter Wissenmedia muss der Kompass in Mannheim neu justiert werden.

Der Brockhaus steuerte in den vergangenen Jahren geschätzt rund 20 Mio Euro zum Umsatzvolumen bei. Zuletzt lag das Niveau laut BI/Brockhaus-Vorstandssprecher Ulrich Granseyer „auf signifikant niedrigerem Niveau, wobei ein Großteil über den Direktvertrieb generiert wurde“. 2007 bilanzierte BI/Brockhaus mit einem Umsatz von 90 Mio Euro (minus 13,5%). Für das Unternehmen wird das neue Jahr zu einer Nagelprobe auf den übriggebliebenen Geschäftsfeldern.

Marke Duden mutiert zum Hoffnungsträger

Granseyer setzt auf ein mehrstufiges Maßnahmenbündel. Im Mittelpunkt der Planungen steht die Marke Duden, die nach buchreport-Zahlen bei der Umsatzentwicklung in den letzten drei Jahren allerdings ebenfalls eingebüßt hat, auch weil das Konjunkturprogramm Rechtschreibreform ausgelaufen ist:

  • „Die Marke wird aufgespreizt, die einzelnen Bereiche deutlich vorangetrieben“, schildert er im Gespräch mit buchreport. Dabei hat er die Vernetzung von Buch und Internet im Blick. Auf dem Feld der elektronischen Sprachkorrektur sieht Granseyer noch viel Potenzial.
  • Ausbauen will BI/Brockhaus auch das Schulbuch-Programm Duden Paetec. „Abgerundet durch Aktivitäten für den Nachmittagsmarkt“, kündigt der Vorstandssprecher an. Zulegen will das Unternehmen auf dem Sektor der Lehrbücher für den Grundschulunterricht bis hin zu Publikationen für Kindergärten. Parallel bekommt das Segment „berufliche Weiterbildung“, bislang nur rudimentär vorhanden, mehr Gewicht in der Planung.
  • In Kooperation mit namhaften Spieleverlagen wird außerdem das Engagement im Geschäftsfeld Lernspiele forciert.
  • Mit den „Lesedetektiven“, ebenfalls an „Duden“ angegliedert, habe BI/Brockhaus eine der führenden Erstlesereihen an Bord. Auch auf diesem Fundament soll wachstumswirksam aufgesetzt werden.
  • Die Marke Meyers soll ihren Auftritt im Kinder- und Jugendbuch weiter verstärken. Gefeilt wird zudem am Longseller „Guinness Worldrecords“, im Februar 2006 aus dem Portfolio von Hoffmann und Campe unter das Dach von BI/Brockhaus gewandert. Das Rekorde-Kompendium bekommt mehrere Begleitprodukte, darunter Tagesabreiß- und Schülerkalender.

Das Kalendergeschäft gewinnt immer mehr Bedeutung

Wesentliche Impulse für die Umsatzkurve erhofft sich das Unternehmen von den Hauptaktivitäten im Kalenderbereich. Anfang 2008 hat der Verlag sein Kalendergeschäft mit den Marken Harenberg, Weingarten, Duden und Meyers mit dem Münchener Heye Verlag fusioniert und damit den führenden Anbieter auf dem deutschen Markt aus der Taufe gehoben. „Das Volumen hängt im Vergleich ein wenig hinter dem Vorjahr zurück. Wir sind von den Rückgängen aber nicht in dem Maße betroffen wie die Wettbewerber“, ließ Granseyer am Montag vor Heiligabend durchblicken.

Wegen der Schließung des Standortes Leipzig steht die Unternehmensführung unterdessen weiter in Gesprächen mit dem Betriebsrat. Insgesamt 60 Stellen (48 Festangestellte, 12 befristet beschäftigte Mitarbeiter) fallen weg. Bis Mitte 2009 soll die Aufgabe der Dependance im Osten abgeschlossen sein.

aus: buchreport.express 52/2008

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