„Auch ein E-Book ist ein Buch“
Die Kulturpessimisten beklagen das Aussterben des Buches, besingen die Haptik des gedruckten Buches und beschimpfen das E-Book. Dabei vergessen sie oft, dass auch das E-Book ein Buch ist, meint Verleger Jochen Jung. Und wirft einen erfrischend anderen Blick auf die Marktentwicklungen.
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Weniger im Mehr
Aus Verlags- und Autorensicht wird es immer schwieriger, Aufmerksamkeit für neue Bücher zu erzielen, zumindest im Publikumssegment. Die Antwort auf das überbordende Angebot ist daher: Weniger Bücher machen, noch stärker als Gatekeeper agieren und die verbleibende kleinere Titelzahl intensiver vermarkten.
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Mehr Bodenhaftung
Die CDU/CSU hatte Informationsbedarf. Am 24. April wurde auf der Fraktionsebene des Bundestags die ernst gemeinte Frage gestellt: „Das Gedruckte – nur noch etwas für Nostalgiker?“ Die Politik hatte einen Teppich ausgerollt und Börsenvereins-Vorsteher Gottfried Honnefelder, der die Branche seit sieben Jahren fasanenhaft repräsentiert, ist gestolpert. Das hätte nicht passieren dürfen.
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R.I.P. Libreka
Beitragserhöhungen in einem Verband sind in etwa so beliebt wie Steuererhöhungen, weshalb hitzige Diskussionen auf den Buchtagen im Juni programmiert sind. Anders als in den vergangenen Jahren dürften den Warnungen des Schatzmeisters diesmal Taten folgen. Doch dem Vorstand muss klar sein, dass höhere Beiträge mit einer Kursänderung verbunden sein müssen.
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Nicht verzetteln!
Der stationäre Handel ist unter Druck, das Bücherlesen im Wettbewerb der vielen Freizeitangebote auch. Da ist es gut, dass die Branche den Kopf hoch nimmt. Gerade die Buy-local-Idee euphorisiert in diesen Tagen viele Buchhändler. Doch es bleibt die Frage, welche Botschaften den Kunden zu vermitteln sind.
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Jenseits des Tores
Geht das Zeitalter der Verlage zu Ende? Jedenfalls können die Buchmacher derzeit jede Woche in einer anderen Zeitung oder Zeitschrift lesen, dass in ihrem Geschäft in den kommenden Jahren kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Doch nur ein Teil der klassischen Rolle von Verlagen ist futsch.
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Schnell, kurz und seriell
Der Blick in die USA zeigt, dass Formate für die Minuten-Lektüre florieren. Doch Buchverlage überlassen den Markt fürs kleine Digitale den Start-ups. Allzu viel Zeit sollten sich die Verlage nicht lassen, um sich auf dem Feld zu positionieren.
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Konfrontation jetzt
Der Erfolg von Amazon ist auch auf den aggressiven Machtwillen zurückzuführen, Märkte zu beherrschen und Strukturen zu brechen. Der kritischere Blick der Öffentlichkeit sollte der Buchbranche, speziell den Verlagen helfen, ihre Interessen konfrontativer zu artikulieren.
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Das totale Schweigen
Beim Treffen der AG Publikumsverlage warnte Alexander Skipis bereits, sich allzu sehr auf den „neuen Freund“ Amazon zu verlassen – und alte Allianzen mit dem Buchhandel aus den Augen zu verlieren. In einem Kommentar anlässlich des Amazon-Leiharbeiter-Skandals legt der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins nach.
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Kreative Solidarität
Es muss Buchhändlern bitter aufstoßen, dass in Großbritannien Mann und Maus aus Politik und Wirtschaft mobilisiert werden, um große Einzelhändler wie die Medienkette HMV zu retten. Aber Buchhändler reihenweise die Segel streichen. Appelle an die Verlage, den Handel stärker zu unterstützen, sind richtig und wichtig. Entscheidend ist aber ihre Interpretation.
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Gefahr von unten
Auch wenn Initiativen zu Open Educational Resources im Ausland schon spektakulär gescheitert sind: Die Verlage sollten das Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen.
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Mehr Beinfreiheit
Die Umsatzjahresbilanz des Buchhandels 2012 fällt nicht sehr dramatisch aus. Beruhigen wird der gemäßigte Zwischenbefund indes niemanden. Es schafft aber immerhin denjenigen Händlern etwas Luft, die nicht zu weit von der Benchmark nach unten abweichen, um mit veränderten Handelskonzepten zu experimentieren, einschließlich Versuch und Irrtum.
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Von Kraken lernen
Wenn deutsche Verleger aktuell die Aktivitäten von Amazon im eigenen Revier beurteilen, ist leider oft Augenwischerei angesagt. Aufdem E-Book-Markt werden sie sich gegenüber den in Europa startenden Amazon-Verlagen nur dann behaupten können, wenn sie sich schnell neue Tugenden aneignen – und dabei von Amazon lernen.
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Fünf Jahre weiter
Der Start von Amazons Kindle vor fünf Jahren ist erinnernswert, weil dieses Gerät wie kein anderes Treiber und Symbol einer Medienrevolution geworden ist, deren Ausmaß wir noch kaum absehen können. Doch es ist längst nicht ausgemacht, wie der Online-Riese dastehen wird, wenn er den zehnten Geburtstag seines Kindle feiert.
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Glaubenssache
Gail Rebuck hat recht: Nach der ersten Sprachlosigkeit ist tatsächlich Business as usual angesagt, was die Fusion von Random House und Penguin angeht. Markus Dohle singt derweil das Hohelied der Dezentralität seiner Verlage. An diesen Worten muss er sich messen lassen.
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Den Markt gestalten
Bei elektronischen Medien verliert das Sammeln und Aufbewahren an Charme. Das zeigt der Erfolg von Streaming-Portalen im Film- und Musikmarkt. Das Modell lässt sich leicht auf E-Books übertragen. Dennoch zögern viele Verlage, ihre Titel für den Verleih anzubieten, zu groß ist die Angst vor Kannibalisierungseffekten. Eine kurzsichtige Haltung.
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Zeit der Experimente
Die Offensiven der US-amerikanischen Wettbewerbshüter gegen mögliche Absprachen zur Preisbindung durch Agency-Verträge hinterlassen Spuren: Amazon und andere Shops liefern sich schon wieder harte Preiskämpfe. In der Komfortzone der Preisbindung setzen die meisten Verlage auf hohe Preise. Könnten aber bald ihre Preisschrauben lockern.
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Nur ein Zwischenhoch
Solange die Machtspiele bei Douglas und damit verbunden die Krise von Thalia von den großen Medien der Nation immer wieder neu aufgetischt werden, schwächelt auch der gesamte Buchhandel in der öffentlichen Wahrnehmung. Dabei gibt der aktuelle buchreport-Umsatztrend Anlass zu Optimismus. Zumindest vorübergehend.
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Vor tiefen Schnitten
Viele Zeichen deuten darauf, dass Douglas kurz vor der Übernahme durch Advent International steht. Wer auch immer künftig die Regie in Hagen führt – es besteht kein Zweifel daran, dass bei der Sanierung der extrem unter Druck stehenden Buchsparte ein schärferes Tempo eingelegt werden muss.
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Keine Zeit verlieren
Die Zuwachsraten im E-Book-Markt haben an Tempo verloren. Verlagsberater Mike Shatzkin meint, die Branche habe offenbar mehr Zeit als bisher gedacht, ihre Infrastruktur ans neue Umfeld anzupassen. Eine gefährliche Annahme.
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