Buchhandel
Dienstag, 03. November 2015 (06:55 Uhr)


Amazon Books: E-Commerce-Riese wird stationärer Einzelhändler

Amazon eröffnet erste eigene Buchhandlung

Vor Jahren tauchten die ersten Gerüchte auf, dass Amazon in den stationären Buchhandel einsteigen könnte – zuletzt hatte wohl kaum jemand daran geglaubt, dass dies einmal Realität werden könnte. Umso größer ist jetzt die Überraschung: Der weltgrößte E-Commerce-Händler eröffnet am heutigen Dienstag (3. November 2015) tatsächlich eine Buchhandlung am Heimatstandort in Seattle.

„Amazon Books“ ist der erste Ausflug von Amazon in den stationären Einzelhandel, zumindest in Eigenregie, denn mit Kooperationspartnern wie hierzulande Karstadt oder Gravis oder Waterstones in Großbritannien hat Amazon in den vergangenen Jahren mehrfach die stationäre Schiene getestet. Die bislang bekannten Details zu Amazon Books:

  • Das Geschäft ist im Universitäts-Viertel von Seattle angesiedelt und an sieben Tagen der Woche geöffnet (außer in den Ferien).
  • Amazon will Daten, die über Amazon.com gesammelt wurden (Kundenbewertungen, Absatz, Vorbestellungen, Benotungen von Büchern bei der Community-Tochter Goodreads), auswerten, um das Sortiment in Seattle zu komponieren; auch „Kuratoren“ (Tipps von Mitarbeitern) sollen dabei eingesetzt werden.
  • Auch Amazon-Chef Jeff Bezos empfiehlt laut „Seattle Times“ Bücher, darunter „The Gift of Fear“ von Gavin de Becker, „The Five Love Languages“ von Gary Chapman und „Traps“ von seiner Frau MacKenzie Bezos.
  • Das Buch-Sortiment umfasst auf 550qm rund 5000 bis 6000 Titel (hinzu kommen fast 200qm Lagerfläche)
  • Neben Büchern verkauft Amazon auch Hardware: Kindle-Reader und Tablets, den interaktiven Streaming-Turm Echo sowie den Fernsehstick Fire TV.
  • Die Bücher werden frontal präsentiert.
  • Ratings der Amazon-Webseite sowie Kundenrezensionen werden auf Karten gezeigt.
  • Die Verkaufspreise sind analog zu denen im Shop.

Wie geht es weiter mit Amazon Books? Zu den Plänen äußert sich der chronisch verschwiegene Onliner natürlich nicht, doch es liegt auf der Hand, dass Amazon die Erfahrungen mit dem Geschäft in Seattle dahingehend auswerten wird, ob sich eine Ausweitung des stationären Vertriebs auf eigene Faust lohnt.

Wie schätzen Sie die stationäre Offensive von Amazon ein? Kann Amazon (Filial-)Buchhandel? Bitte nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten.

 

Fotos: Amazon



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