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Verlage
Montag, 14. März 2011 (11:12 Uhr)


E-Book-Studie von Börsenverein und GfK

Feind im eigenen Bett

Der Markt für elektronische Bücher ist noch eine Nische, in jedoch in den kommenden Jahren erheblich ausgebaut werden dürfte. Zu diesem Ergebnis kommt die E-Book-Studie, die der Börsenverein gemeinsam mit der GfK durchgeführt hat. Doch besonders im stationären Buchhandel sitzt die Furcht vor den Auswirkungen des digitalen Mediums tief.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie (hier ein Auszug) im Überblick:

  • Im Käuferbuchmarkt (ohne Schul und Fachbücher) wurden 2010 mit E-Books 21,2 Mio. Euro umgesetzt. Dies entspricht lediglich 0,5% des Gesamtumsatzes der Branche.
  • Bei den Verlagen entfiel durchschnittlich 5,4% des Umsatzes auf E-Books – bis 2015, so die Prognosen der Verlage, steige der Anteil auf 16,2%.
  • Im Sortiment lag der elektronische Umsatzanteil 2010 bei 0,8% – 2015, so die Einschätzung, werde der Umsatzanteil digitaler Bücher bei ihnen 9,2% ausmachen.
  • Beim Absatz registrierten die Statistiker 2 Mio. E-Books, die 2010 verkauft wurden.
  • Die Zahl der E-Book-Käufer taxieren die Statistiker auf 540.000.
  • Wachstumstreiber im Verband sind besonders die Verlage: 35% führen bereits E-Books (jeweils durchschnittlich 186 E-Book-Titel; fast 40% der Neuerscheinungen sind bei ihnen auch als E-Book erhältlich.), weitere 43% planen den E-Book-Einstieg in den kommenden Jahren.
  • Schwerpunkt der Verlage: Wissenschaftliche, Sach- und Fachbücher. Nur jeder zehnte Verlag (11%) engagiert sich in der E-Belletristik.
  • Digitale Skepsis herrscht dagegen besonders im kleinen und mittleren Sortimentsbuchhandel. 68% aller Sortimenter umschiffen den digitalen Buchmarkt bislang; bei kleineren Sortimenten liegt der Prozentsatz sogar bei 75%.  
  • Hauptargumente für die E-Abstinenz: zu geringe Nachfrage bei den Kunden (91%), kompliziertes Handling (67%), zu geringe Gewinnmargen (57%), zu hohe Investitionskosten (42%).
  • Hinzu kommt: Ein großer Teil der  Sortimenter geht von  Kannibalisierungstendenzen – mit deutlichen Umsatzeinbußen im klassischen Geschäft – aus: Jeder dritte Sortimenter (32%) glaubt, dass der eigene Umsatz durch die Auswirkungen der Digitalisierung bis 2015 im Print-Geschäft zwischen 10 und 25% zurückgeht.

„2011 wird auf dem Markt der eigentliche Durchbruch für das E-Book kommen“, interpretiert Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die Ergebnisse der Untersuchung. „Das Angebot auf dem Markt ist da, es wächst und es wird seinen Weg zu den Lesern in den nächsten ein, zwei Jahren finden. Entscheidend wird jetzt sein, wie komfortabel der Zugang zu den Büchern und die Technik der Lesegeräte gestaltet werden“, so Skipis.

Foto: Frankfurter Buchmesse

Zur Studie: Die Ergebnisse stammen aus der aktuellen Studie des Börsenvereins zusammen mit GfK Panel Services Deutschland „Umbruch auf dem Buchmarkt? Das E-Book in Deutschland“, März 2011. Sie besteht aus mehreren Teilen: Für die Studie wurden Anfang des Jahres 2011 eine Auswahl aus 1.800 Sortimentern und 1.850 Verlegern befragt. Die Hochrechnung der E- Book Absätze und Umsätze 2010 stammen aus dem GfK Verbraucherpanel mit insgesamt 20.000 Personen, die monatlich zu ihren Bucheinkäufen befragt werden. Sie ist laut GfK repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 10 Jahren. Und die Konsumentenbefragung zum Thema E-Books basiert auf einer Befragung aus dem Januar 2011 von 10.000 Endverbrauchern zum Thema E-Book und sei für 64. Mio Deutsche ab 10 Jahre ebenfalls repräsentativ. Die Studie ist eine Eigenstudie der GfK.



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