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Buchhandel
Montag, 07. Januar 2013 (07:46 Uhr)


Wie ein Sortimenter mit Gebrauchtbüchern handelt

Der intensivierte Austausch

Im Wettbewerb mit den Online-Shops sind kreative Ideen gefragt. Ein Mini-Filialist im Süden Baden-Württembergs bindet seine Kunden mit einem Rückkauf-Angebot.  

Not macht erfinderisch. Vor dem Hintergrund eines dynamisch wachsenden E-Commerces sind im klassischen Handel kreative Konzepte ge­fragt, um die Kunden von den Vorzügen des lokalen Einkaufs zu überzeugen. Susanne Lorinser und Dominik Souard haben in ihren fünf Stadtbuchhandlung-Filialen im Süden Baden-Württembergs in diesem Jahr ein solches Konzept umgesetzt und ihr klassisches Buchhandelsgeschäft um den Handel mit Gebrauchtbüchern erweitert.

Das Konzept ist schnell erklärt: In jedem Buch, das der Kunde in einer der Filialen kauft, liegt ein Lesezeichen, auf dem das Rückkaufsangebot erklärt wird:

  • Bringt der Kunde ein gebrauchtes Buch zurück in die Buchhandlung, so wird es je nach Zustand mit bis zu einem Viertel des ursprünglichen Kaufpreises vergütet.
  • Der Betrag wird sofort mit einem erneuten Kauf aus dem gesamten Sortiment verrechnet oder der Kunde erhält einen Gutschein für einen späteren Einkauf. 
  • Die angekauften, gebrauchten Bücher werden mit einer Banderole versehen und zu einem individuell festgelegten Verkaufspreis ins Sortiment aufgenommen.

Die Idee ist nicht völlig neu – auch die Buchhandlung Bumerang (Kassel) arbeitet beispielsweise nach diesem Prinzip, aber sie ist im stationären Handel eher selten und stieß bei Mitarbeitern und Kunden zunächst auf Skepsis. Inzwischen haben beide Seiten den Service aber angenommen und die „Gebrauchte“ werden ebenso wie neue Titel in Regalen präsentiert.

Zusatzservice bindet Kunden

Von einer Kombination aus Buchhandlung und Antiquariat sieht sich Dominik Souard aber weit entfernt: „Wir nehmen keine antiquarischen Bücher an und haben auch nichts Antikes in unseren Filialen.“ Der Erscheinungstermin der Gebrauchtbücher dürfe nicht mehr als zwei Jahre zurückliegen. Und auch als „Wechselbörse“ sieht er sich nicht, schließlich könnten die Kunden ihren Gutschein für einen Kauf aus dem gesamten Sortiment einsetzen. Er ist nicht auf den Buchkauf beschränkt.

„Wir wollen durch das Zusatzangebot im Grunde nur verhindern, dass der Kunde mit seinen neuwertigen Büchern auf private Flohmärkte geht, um zu verkaufen und zu kaufen“, erklärt er. In erster Linie sei es also ein Instrument zur Kundenbindung, denn im Jahresumsatz schlägt das Geschäft bislang nur mit einem Anteil von 1 bis 2% zu Buche.

Der Effekt der Kundenbindung ist Souard zufolge dagegen sehr hoch: „Wir veranstalten zu den gebrauchten Büchern spezielle Aktionen, für die wir gesondert werben können, und wir kommen durch den Rückkauf mit unseren Kunden stärker ins Gespräch.“ In diesem intensiveren Kontakt liege der Schlüssel einer erfolgreichen Verankerung seiner Filialen in den Kleinstädten Bad Waldsee, Wangen, Weingarten, Leutkirch und Tettnang. Auch durch Lesungen und andere Veranstaltungen würden die jeweiligen Häuser als Orte des kulturellen Lebens wahrgenommen. Zudem könne man es durch persönlichen Service und intensive Beratung immer wieder schaffen, zu überzeugen. „Unser Engagement vor Ort ist unser Trumpf“, ist sich Souard sicher.

aus: buchreport.magazin 12/2012

Faustregel für den Handel  mit gebrauchten Büchern (Quelle: Börsenverein):

  • Jedes Buch muss individuell bewertet (z.B. Erhaltungszustand, Alter, Wiederverkäuflichkeit) und zum jeweiligen Marktwert vergütet werden. 
  • Die Rücknahme darf nicht zu festen Um­tausch­preisen und/oder über Marktwert erfolgen.


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