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Buchhandel
Freitag, 04. Januar 2013 (13:08 Uhr)


Multimedia-Kette Virgin Megastores ist zahlungsunfähig

Private-Equity-Mutter zieht den Stecker

Die französische Multimedia-Kette Virgin Megastore steht vor dem Aus. In den vergangenen Jahren hatte der Filialist bereits Personal abgebaut und Filialen geschlossen.

Wie der „Bookseller“ meldet, plant das Unternehmen, die Insolvenz anzumelden. Für kommenden Montag sei eine Betriebsversammlung angesetzt. 

Überraschend kommt die Nachricht aus Frankreich nicht, denn das aus dem Firmenimperium des britischen Milliardärs Richard Branson hervorgegangene und seit 2008 von der Private-Equity-Firma Butler Capital Partners kontrollierte Unternehmen verzeichnete laut „Bookseller“ seit 2009 Verluste. Die Zahl der Mitarbeiter sei von 1200  im Jahr 2010 auf 1000 reduziert worden, das Filialnetz wurde seit 2011 von 31 auf 26 reduziert. Zum Vergleich: 2007 umfasste Das Unternehmen noch 47 Geschäfte und fast 2000 Mitarbeiter, bei einem Jahresumsatz von über 400 Mio Euro.

Mitte Dezember hatte die Firmenleitung bekannt gegeben, dass der Mietvertrag für die Flaggschiff-Filiale am Champs Elysées (Foto, insgesamt 7500 qm, davon 4500 qm Verkaufsfläche) – die rund 20% des Umsatzes erwirtschaftet – nicht mehr verlängert werde, was zu Streiks der Mitarbeiter führte.

Die eigenen Umsätze mit Büchern, zitiert das Fachblatt einen Virgin-Sprecher, seien 2012 um 3% gesunken.

Auch in Deutschland ist Virgin aktiv: LS travel retail Deutschland (früher: HDS Retail) unterhält fünf Virgin-Standorte hierzulande, in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover und Mainz. LS ist eine Tochter der Lagardère Services-Gruppe, die vor vier Jahren 80% ihrer Virgin-Anteile an Butler verkaufte.

Neben Virgin steckt auch der Wettbewerber Fnac in einer tiefen Krise. Aktuell werden die Ziele des aufgelegten Sanierungsprogramms „Fnac 2015“ (80 Mio Euro einsparen, 500 Stellen abbauen und bis 2015 rund 50 Franchise-Filialen eröffnen) abgearbeitet. Die Fnac-Mutter Pinault-Printemps Redoute (PPR) will sich per Börsengang von der Fnac trennen und sich auf das Geschäft mit Luxus-Artikeln (Labels wie Gucci, Bottega Veneta und Yves Saint Laurent) zu konzentrieren.



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