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Buchhandel
Donnerstag, 06. Dezember 2012 (09:31 Uhr)


Aufsichtsrat der Wirtschaftstöchter bremst MVB aus

„Größte Krise seit der BAG“

Die von Ronald Schild (Foto re., © buchreport) gesteuerte MVB soll künftig keine White-Label-Shops mehr an Branchen-Externe lizensieren. Darauf hat sich gestern der Aufsichtsrat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Beteiligungsgesellschaft mbH (BBG) geeinigt. In der BBG werden die Wirtschaftsaktivitäten des Börsenvereins zusammengeführt. Zum Aufsichtsrat gehören u.a. Joachim Treeck (li., Vorsitzender) und Vorsteher Gottfried Honnefelder (Mitte, stellvertretender Vorsitzender, Fotos © Börsenverein).

Mit dem Votum reagiert der Aufsichtsrat auf die Debatte über die Nebenmarkt-Aktivitäten der MVB in Kooperation mit der Discounterkette Netto (hier mehr).

Von Nicht-Verbandsmitgliedern sollen nur noch die Libreka-Daten bezogen werden können – wie von Apple oder der Telekom (Pageplace) praktiziert. Außerdem sollen der Vertrag mit Netto und andere vergleichbare Vereinbarungen nach Möglichkeit beendet bzw. auf die Lieferung von Daten beschränkt werden. Inzwischen hat die MVB reagiert und laut „Börsenblatt“ den Vertrag mit der Handelskette Netto zum schnellstmöglichen Zeitpunkt gekündigt.

Mit dieser Entscheidung ist das Kontrollgremium in wesentlichen Punkten den Forderungen des Sortimenterausschusses gefolgt.

Dessen Vorsitzender Thomas Wrensch hatte in einem (buchreport vorliegenden) Brief an Vorsteher Gottfried Honnefelder im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung die Position des SoA deutlich gemacht: Wenn die MVB, wie im Falle Amazon, Apple oder Telekom die Daten liefere, akzeptierten die Sortimenter dies. Im Falle von Netto gehe das „geschäftsschädigende Verhalten“ aber von der verbandseigenen Wirtschaftstochter aus, die als Wettbewerber antrete „und dabei klar erkennbar gegen die Interessen eines Großteils ihrer Gesellschafter agiert.“

Weiter heißt es in dem Brief, das Sortiment als Gesellschafter der MVB sei „entsetzt“ darüber, dass die Geschäftsführung der MVB eigenmächtig die Geschäftspolitik bestimme, ohne es im Gesellschafterkreis mit den Eigentümern zu beraten. Dies habe den Börsenverein in eine Krise gebracht, „wie wir sie seit der BAG nicht gesehen haben“ – es drohten viele Kündigungen seitens der Buchhändler.

Schließlich äußert sich Wrensch zur Argumentation von MVB-Chef Schild, dass alles, was Libreka stärke, letztlich auch dem Sortiment zugute komme: „Wieso soll unser Kulturgut Buch durch den gleichen Vertriebskanal mit Tütensuppen und Billigwindeln geschleust werden, wo doch 3500 gut ausgebildete Sortimenter zur Verfügung stehen, denen in der Konsequenz ein weiterer Baustein ihrer wirtschaftlichen Grundlage genommen wird?“

Mehr zum Thema im aktuellen buchreport.express 49/2012 (hier zu bestellen).



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