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Buchhandel
Donnerstag, 03. März 2011 (16:38 Uhr)


Zweitausendeins zieht nach Leipzig

Versender versucht Sanierung durch Umzug

Der Medienversender Zweitausendeins versendet Aufbruchsignale. Unter dem Motto „Zweitausendeins startet durch“ wird eine Verlegung des Firmensitzes von Frankfurt am Main nach Leipzig im Sommer angekündigt, auf den relaunchten Webauftritt verwiesen und eine stärkere Kooperation mit dem Buchhandel angestrebt.

Hintergrund: Am Donnerstag trafen sich Vertreter der Geschäftsführung mit Zweitausendeins-Eigner Michael Kölmel und dem Betriebsrat, um sich auf die neuerlichen Umstrukturierungsmaßnahmen zu verständigen.

Bei dem Shop-in-Shop-Konzept hatte es zuletzt deutliche Rückschläge gegeben. Derzeit gibt es nach Angaben von Zweitausendeins 17 Shop-Kooperationen. Insgesamt ist Zweitausendeins in 31 Städten vertreten.

2010 war es zu einer massiven Krise gekommen. Um eine Insolvenz abzuwenden, hatte sich die Geschäftsführung im vergangenen Jahr mit dem Betriebsrat auf ein Sanierungskonzept verständigt: 

  • Abbau von 51 von 116 Stellen: In kleineren und mittleren Filialen mussten zwischen einem und zwei Mitarbeiter gehen, in größeren Filialen vier bis sieben Mitarbeiter.
  • Das Kundencenter wurde stillgelegt (14 Mitarbeiter), Dienstleistungen ausgelagert.
  • Eine weitere Stelle in der „Merkheft“-Redaktion fiel weg.
  • Ausscheidende Mitarbeiter erhielten Abfindungen
  • Die verbleibenden Mitarbeiter sollen 40 Stunden pro Woche ohne Lohnausgleich arbeiten.

Geschäftsführerin Bianca Krippendorf: „Mit umfassenden Restrukturierungs- und Stabilisierungsmaßnahmen konnte das Fortbestehen des Kult-Verlags Zweitausendeins 2010 gesichert werden. Jetzt haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Verlag zu alter Stärke zurückzuführen.“

Intern gibt es allerdings noch erhebliches Konfliktpotenzial. buchreport.express berichtet in dieser Woche über verschärfte Auseinandersetzungen zwischen Zweitausendeins und Verdi wegen des zudem kürzlich gekündigten Tarifvertrags: Die Gewerkschaft werde ausstehende Gehaltserhöhungen einklagen, sollten sich die Geschäftsführer Ralph Koch und Bianca Krippendorf nicht bis Mitte März mit den Arbeitnehmervertretern an einen Tisch setzen. Weil die Verträge der Mitarbeiter an den Flächentarifvertrag von Verdi gekoppelt sind, die gewerkschaftlich ausgehandelten Tariferhöhungen aber in den vergangenen zwei Jahren nicht umgesetzt wurden, verlangt die Gewerkschaft die nachträgliche Auszahlung.

Darauf geht die aktuelle Mitteilung von Zweitausendeins nicht ein. Allen Mitarbeitern der Frankfurter Zweitausendeins-Zentrale werde ein Angebot für einen Arbeitsplatz in Leipzig gemacht. Von dem Umzug verspricht sich das Unternehmen Synergieeffekte: In Leipzig sitzt noch die Kinowelt-Gruppe, die Kölmel 2008 an Vivendi verkaufte (und die er noch berät) und die im 2. Quartal nach Berlin verlagert werden soll – Zweitausendeins soll in die frei werdenden Räume ziehen.

Geschäftsführerin Bianca Krippendorf formuliert ansonsten weiche Standortfaktoren: Die traditionsreiche Verlagsstadt Leipzig verfüge „über eine ausgezeichnete Infrastruktur für Produktion, Einkauf und Vertrieb von Büchern, Filmen, CDs und DVDs. Daneben zeichnet sich Leipzig durch enorme Innovationskräfte sowie eine inspirierende Atmosphäre aus“.



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