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Buchhandel
Freitag, 08. Oktober 2010 (11:00 Uhr)


Buchhändlerische Verbünde gewinnen an Bedeutung

Druck schweißt zusammen

Gemeinsam sind wir stark: Die Idee der Buchhandelsverbünde gewinnt angesichts der Konzentrationsprozesse und im anhaltenden Auseinanderdriften von Groß und Klein für immer mehr inhabergeführte Sortimente an Attraktivität. Ein Blick über die Aufstellung der großen Allianzen:

Schulterschluss und Marktmacht

Die eBuch, mit aktuell über 450 Mitgliedsunternehmen stärkster Verbund in der deutschen Buchhandelslandschaft, segelt weiter mit Rückenwind. Dem Aufsichtsrat wurde kurz vor dem Auftakt der Frankfurter Buchmesse eine positive Halbjahresbilanz vorgelegt. Lorenz Borsche, Generalbevollmächtigter der eBuch: „Schon zum Halbjahr lag der Warenumsatz gegen den Branchentrend rund 4% höher als im Vorjahr, die vorläufigen Zahlen des 3. Quartals zeigen sogar eine Steigerung im Warenumsatz von mehr als 15% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.“

Zu diesen Entwicklungen hat auch der starke Mitgliederzuwachs beigetragen, mit dem sich die eBuch schmücken kann. Im Jubiläumsjahr – die Vereinigung feiert das zehnjährige Bestehen – wurde die Akquise, flankiert von attraktiven Eintrittsangeboten, engagiert vorangetrieben. Vor allem die Möglichkeit einer zweijährigen Probeangehörigkeit hat Wirkung gezeigt. Von den derzeit 450 Mitgliedsunternehmen beteiligen sich darüber hinaus laut eBuch 79 Prozent an dem Bezugsmodell Anabel (im gedruckten buchreport.express fehlte „Prozent“, wir bitten den Fehler zu entschuldigen).

Leistung und Gegenleistung

Unter dem Dach des Bielefelder Handelsverbundes EK/servicegroup agiert die Buch & Marketing GmbH. Dieser Verbund meldet ebenfalls Wachstum im Geschäftsbereich Buchhandel. Geschäftsführer Stefan Vogel präsentiert die aktuellen Zahlen: Den Schulterschluss mit der Buch & Marketing GmbH üben 206 Buchhandlungen, 42 Mitglieder haben sich mittlerweile der Fachgruppe Lesen & Erleben angeschlossen. Sie bietet einstiegswilligen Buchhandlungen Sonderdienstleistungen zur Umsatzoptimierung an (u.a. Endkundenmagazin, Streuprospekte, Schulungen). Dafür müssen interessierte Buchhändler monatlich 200 Euro bezahlen.

Die Sortimenter regulieren laut Vogel 70 bis 80% ihrer Umsätze über die EK/servicegroup. Geplante Erweiterungen im Serviceportfolio sind Multichannel-Aktivitäten und die Einführung einer Zentrallogistik, „um die Wertschöpfungskette weiter zu optimieren“, wie Vogel ausführt. Der ehemalige Thalia-Mann, der vor rund zwei Jahren bei der EK/servicegroup angedockt hat, visiert für den Buchbereich 1037 Flächen an, inkl. nichtsortimenterische Standorte. Das Einkaufsvolumen beziffert er mit 48 Mio Euro (2008: 10,4 Mio, 2009: 34 Mio).

Bei der Genossenschaft LG Buch, der 175 Buchhandlungen angeschlossen sind, gibt es hingegen noch Luft nach oben. Auf der Jahrestagung im Juni in Würzburg stand die Optimierung der Zusammenarbeit mit den Verlagen daher ganz oben auf der Agenda. Die Mitglieder sollen noch mehr zu einem verstärkten Einsatz für die Programme der Partnerverlage motiviert werden.



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