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Buchhandel
Freitag, 23. November 2012 (14:47 Uhr)


Michael Riethmüller (Ravensbuch) kritisiert Amazon-Steuervorteile

„Die Onlinehändler bedrohen unsere Innenstädte“

Die besonders in Großbritannien zu beobachtende Anti-Amazon-Welle schwappt allmählich auch nach Deutschland. Der Ravensburger Buchhändler Michael Riethmüller, Initiator und Vorsitzender des neuen Marketingvereins Buy Local, kritisiert die Steuervorteile von Amazon.

„Amazon zahlt in Deutschland praktisch keine Steuern und schafft seine Gewinne in Niedrigsteuerländer", sagte Buchhändler in dieser Woche dem „Handelsblatt“. Und ergänzte: „Die Onlinehändler bedrohen unsere Innenstädte“.

Am Mittwoch hatte auch Weltbild-Chef Carel Halff Amazon kritisiert. insbesondere die Tatsache, dass der Onliner deutsche E-Books von Luxemburg aus mit 3% Mehrwertsteuer verkauft, während deutsche Händler 19% berechnen müssten: „Die EU subventioniert Amazon, das ist keine Chancengleichheit.“

Angesichts der Krise im Buchhandel, die durch Amazon & Co. forciert werde, zeigte sich Riethmüller gegenüber dem „Handelsblatt“ zuversichtlich, dass unabhängige Buchhändler aus ihr gestärkt hervorgehen. „Das Flächensterben trifft vor allem die großen Filialisten. Sie haben entgegen jeglicher wirtschaftlichen Vernunft ihre Flächen ausgeweitet“.

Die Zahl der Mitglieder im Buy-Local-Verein ist inzwischen auf über 60 gestiegen. Und auch die Zahl der sonstigen Fürsprecher wächst: Im Oktober unterstützte die Verlagsgruppe Random House die Initiative mit 20.000 Euro.



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