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Buchhandel
Freitag, 26. August 2011 (16:42 Uhr)


KNV-Betriebsrat plädiert für Zwei-Standort-Strategie

Fest verwurzelt

Gegen den geplanten logistischen Neubeginn der KNV-Gruppe auf der grünen Wiese und einem (noch nicht genannten) zentraleren Standort legt der Betriebsrat nun ein neues Modell vor: „Wir wollen und können mit unseren beiden Standorten in Stuttgart und Köln die Zukunft von KNV und F. Volckmar sichern“, fasst der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Dietmar Fischer die Strategie in einer Mitteilung zusammen.

Das Konzept der Führungsspitze – sie will Barsortiment und Auslieferung in die Mitte Deutschlands verlagern – sei mit „unkalkulierbaren Risiken behaftet“, heißt es von der Arbeitnehmervertretung. Angeführt werden die Rekrutierung geeigneter Arbeitskräfte und die Kosten für Parallelbetrieb und Sozialplan. Außerdem gebe KNV mit einer Zentralisierung der Logistik sogar Vorteile bei der Erreichbarkeit von Amazon-Standorten und somit seine Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Konkurrenten Libri auf, der vor knapp zehn Jahren sein Lager ins zentrale Bad Hersfeld verlegt hatte.

Die Berechnungen der betriebswirtschaftlichen Berater der Betriebsräte zeigten, dass die Planung des Arbeitgebers knapp 80 Mio Euro teuer sei als ihre Strategie. „Wir werden uns für unsere Zwei-Standort-Strategie und somit für den Erhalt der Beschäftigung an beiden Standorten einsetzen“, kündigen die Arbeitnehmervertreter an.  

Die Geschäftsleitung dagegen erhofft sich insbesondere durch die mit der Zentralisierung entstehenden Synergien von Barsortiment und Auslieferung Wettbewerbsvorteile: „Jetzt haben wir die Perspektive, dass wir zukünftig aus einer Logistik beide Geschäftsmodelle realisieren können, die sich dadurch nicht erübrigen, sondern ergänzen“, hatte KNV-Chef Oliver Voerster die Pläne im Mai 2011 unmittelbar nach Bekanntgabe begründet. „Wir werden die Möglichkeit schaffen, dass Barsortiment, aber auch Zentrallager von Filialisten und Einkaufsgemeinschaften auf einen Lagerbestand und eventuell sogar direkt auf Verlagsbestände zugreifen können. Wir eröffnen damit für viele Marktteilnehmer ganz neue Perspektiven.“ Von Frank Thurmann, geschäftsführender Gesellschafter, verantwortlich für Logistik, hatte es geheißen: „Wir wären gerne an den bestehenden Standorten geblieben, stoßen aber in Stuttgart und Köln an unsere Leistungsgrenzen.“

Update: Zu der Meldung des Betriebsrates erreicht die Redaktion am Freitag eine Stellungnahme der Geschäftsleitung von KNV im folgendem Wortlaut: „Viele Mitarbeiter unserer Unternehmen und wir als Geschäftsleitung finden es nicht in Ordnung, dass Betriebsräte unternehmensinterne Themen zur Zeit ständig in die Öffentlichkeit der Buchbranche tragen. Wir bitten daher um Verständnis, dass wir uns diesem Stil nicht anschließen, sondern solche Diskussionen um unausgereifte und spontane Alternativmodelle unternehmensintern führen wollen. Über Entwicklungen unseres Logistikprojekts, insbesondere über leistungs- und kundenbezogene Themen werden wir gerne weiter informieren, sobald es hier wesentliche neue und ausgereifte Entwicklungen gibt.“



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