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Buchhandel
Donnerstag, 26. Juli 2012 (13:28 Uhr)


Internationale Buchfilialisten stecken im Umbruch

Immer mehr Baustellen

Nicht nur im deutschen Buchhandel schrillen die Alarmglocken, weil die Umsätze in einem schwächelnden wirtschaftlichen Umfeld zu wünschen übrig lassen und sich der Kunde immer öfter vom stationären Buchverkauf zugunsten des Internets verabschiedet. Rund um den Globus häufen sich die Verwerfungen; statt Flächenexpansion ist Rückbau angesagt.

Eine aktuelle buchreport-Übersicht zeigt eine Branche, in der kaum noch etwas ist wie es noch vor kurzer Zeit war. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit befinden sich die Buchfilialisten im Ausnahmezustand, hektisch auf der Suche nach Konzepten, die das wirtschaftliche Überleben sichern sollen. Beispiele:

  • USA: Die Borders-Pleite hat den Markt verunsichert, zumal sich auch Primus Barnes & Noble nicht in Bestform präsentiert. Der Schulterschluss mit Microsoft und die Entscheidung, das digitale Geschäft mit dem E-Reader Nook und den Campus-Buchhandlungen in eine eigenständige Firma auszugliedern, öffnet Spekulationen über die Zukunft der Ladenkette Tür und Tor.
  • Schweden: Wenn die Kartellbehörden zustimmen, werden mit Bokia und Akademibokhandeln die beiden größten Buchhändler im Herbst fusionieren. Akademis Eigentümer KF Medien wird Mehrheitsgesellschafter (65%); über den zweifellos zu erwartenden schmerzhaften Integrationsprozess will noch niemand reden. Bokias Chef Peter Orrgren hat sich bereits verabschiedet.
  • Niederlande: Nur um Haaresbreite ist Selexyz im April der Insolvenz entronnen. Unter dem Dach des neuen Eigentümers ProCures treten die opulenten Vollsortimente künftig neben den Secondhandläden von DeSlegte an; 400 Mitarbeiter wurden entlassen.
  • Italien: Die Eurokrise mit dem staatlich verordneten drastischen Sparkurs hat auch den Buchhandel fest im Griff. Marktführer MG Giunti & Messaggerie hat als Reaktion auf sinkende Umsätze den Online-Shop IBS.it mit neun stationären Buchhandlungen der Marke Melbookstores fusioniert, die jetzt IBS.it heißen und in den Läden online mit offline verzahnen.
  • Großbritannien: Der jetzt in russischem Besitz befindliche Marktführer Waterstones investiert Millionen in die Modernisierung des Filialnetzes, hat aber die Branche mit der Entscheidung aufgeschreckt, im Herbst Amazon samt Kindle als Partner für das E-Geschäft ins Boot zu holen.

 

Die Internationalen Buchketten sind ein Schwerpunkt in der August-Ausgabe des buchreport.magazins, das Ende dieser Woche ausgeliefert wird (hier zu bestellen).

 



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