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Buchhandel
Donnerstag, 16. Oktober 2008 (12:57 Uhr)


buchreport-Diskussionsrunde zu DVDs im Handel

„Die Stärke des Handels liegt im Longtail“

buchreport hat mit Experten der Buchhandels- und Filmbranche auf der Frankfurter Buchmesse über die Chancen der DVD im Sortiment diskutiert: Jan Rickers (Kinowelt Home Entertainment), Walpurga Wolfbauer (Universum Film), Moderator David Wengenroth und Markus Fels (KNV, v.li.). Hintergrund: Angesichts stagnierender Buchumsätze suchen die Sortimenter nach alternativen Produkten. Vor diesem Hintergrund bringt sich ein Medium ins Spiel, das im Buchhandel bislang ein Nischendasein fristete: die Video-DVD.

Nach den Erfolgen der DVD-Editionen, allen voran der Cinemathek der „Süddeutschen Zeitung“ ist auch die DVD-Industrie auf den Vertriebskanal Buchhandel aufmerksam geworden. „Filme sind eine ideale Abrundung des Buchsortiments“, antwortet Jan Rickers (Kinowelt Home Entertainment) auf die Leitfrage der buchreport-Expertendiskussion zum Thema „Video im Buchhandel: Fremdkörper oder perfekte Ergänzung?“ am „Spiegel“-Stand. Vor allem buchaffine Filme mit Literaturvorlage eigneten sich, um die DVD zum festen Bestandteil im Sortiment werden zu lassen. „Die Stärke des Buchhandels liegt in der Vermarktung des Long-Tail“, meint Rickers.

Noch immer gebe es größe Berührungsängste der Büchhändler, die Silberscheiben ins Sortiment zu nehmen: Der Preiskampf mit Saturn und Media-Markt lasse viele zurückschrecken. Dabei belegten Konsumentenbefragungen, dass Buchhandelskunden durchaus großes Interesse für das Produkt zeigen. Zudem kaufe bei den Elektronik-Discountern eine ganz andere Klientel ein, wie Walpurga Wolfbauer (Universum Film) versichert. Beim aggressiven Preisdumping mit den Blockbustern müssen die Buchhändler nicht mitmachen, findet Rickers. Sein Beispiel: „Wilde Erbeeren“ von Ingmar Bergman, der sich bei Arthaus jährlich 3000-mal verkaufte, schoss unter dem Label der SZ-Edition auf  über 70000 verkaufte Exemplare.

Dennoch sind die schmalen Margen von durchschnittlich 10% im preisungebundenen DVD-Geschäft für Buchhändler nicht sonderlich attraktiv. „Wir sollten nicht nur über Rabatte reden, sondern auch über die deutlich höhere Lagerumschlagsgeschwindigkeit bei der DVD“, hält Markus Fels (KNV) entgegen. Er ist überzeugt, dass ein grosses Angebot (KNV hat 18000 DVDs im Programm) und eine schnelle Lieferung den Buchhändler gegenueber Media/Markt & Co. wettbewerbsfähig macht. Die Fachleute geben weitere Tipps für ein erfolgreiches DVD/Geschäft:

  • Themenwelten kreieren: Buch und DVD sollten im Handel gemeinsam präsentiert werden. Für dieses Crossmarketing ist es wichtig, das DVD- und Buchverlage sich beim Erscheinungstermin abstimmen, meint Fels.
  • Klare Linie bei der Präsentation: Ordentliche Regale und eine gut strukturierte Systematik (nach Genres) hält Wolfbauer für unverzichtbar. „Die Buchhändler können eine Testfläche für die DVDs freiraumen um Erfahrungen zu machen.“


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