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Buchhandel
Donnerstag, 13. Januar 2011 (11:53 Uhr)


Zweitausendeins-Geschäftsführung kündigt Tarifverträge

Auf Konfrontationskurs

Ein halbes Jahr, nachdem der angeschlagene Buch- und Medienhändler Zweitausendeins ein Sanierungskonzept mit drastischen Einschnitten beim Personal verabschiedet hat, dreht die Geschäftsleitung weiter an der Kostenschraube. Zum Jahreswechsel haben Ralph Koch und Bianca Krippendorf die Belegschaft per Brief darüber informiert, den Tarifvertrag gekündigt zu haben. Die Gewerkschaft kündigt rechtliche Schritte an.

Hintergrund: Seit Jahren sind die Verträge der Mitarbeiter an den Flächentarifvertrag von Verdi gekoppelt, gewerkschaftlich ausgehandelte Tariferhöhungen wurden automatisch bei den Mitarbeitern umgesetzt. Doch nachdem Zweitausendeins dies in den vergangenen zwei Jahren verweigert habe, berichtet ein Verdi-Funktionär gegenüber buchreport, habe die Gewerkschaft kürzlich auf die nachträgliche Auszahlung gepocht – und jetzt die einseitige Kündigung des Tarifvertrags kassiert. „Die Stimmung besonders bei den langjährigen Beschäftigten ist gereizt, sie fühlen sich verschaukelt und haben wenig Vertrauen in die Geschäftsführung“, berichtet Verdi.

Während die ausstehenden Beträge eingeklagt werden sollen, will Verdi mit Blick auf den gekündigten Tarifvertrag prüfen, ob neue Verhandlungen mit Krippendorf & Co. gesucht werden sollen. Es sei bedauerlich, dass sich die Chefetage gegen die Verhandlung eines Sanierungstarifvertrags entschieden habe, wie er beispielsweise bei Karstadt zum Einsatz gekommen sei.

Auf Anfrage von buchreport erklärte ein Zweitausendeins-Sprecher, man wolle zunächst die Reaktion der Gewerkschaft abwarten, bevor man sich über das Procedere verständige.

Auch unabhängig von der neuerlichen Konfrontation ist die Stimmung bei den Angestellten trübe. Nach buchreport-Informationen haben die meisten Filialen zweistellige Umsatzverluste im Dezember verbuchen müssen. Im November hatte Krippendorf erklärt, man blicke dem Weihnachtsgeschäft trotz der ausgedünnten Personaldecke „freudig-gelassen“ entgegen.

Ein Sprecher erklärte in dieser Woche, die Auswertungen zum Weihnachtsgeschäft seien noch nicht beendet worden.



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