Wolf Dieter Eggert über die zehnte Buchpreis-Gala
„Die zehnte Corine ist unterfinanziert“
Am Dienstag Abend wird der internationale Buchpreis Corine bereits zum zehnten Mal verliehen. Das Gala-Konzept bleibt in der Branche umstritten, Weltbild ist als Sponsor abgesprungen, das Geld ist knapp in diesem Jahr. Wolf Dieter Eggert (Foto), Vorsitzender des des Landesverbands Bayern, steht trotzdem hinter der Inszenierung.
Die Corine wird am Dienstag Abend zum zehnten Mal vergeben. Was haben Sie in dem Zeitraum geschafft…
Die Corine ist als internationaler Buchpreis ein festes Format geworden, das über Bayern hinaus strahlt und ein sehr gutes Medienecho mit glücklichen Partnern hat.
Welche Ziele haben Sie verfehlt?
Nicht geschafft haben wir, dass die Corine von der gesamten Branche geliebt und aktiv unterstützt wird. Das finde ich sehr schade. Wir haben so gut wie keine Verlage mehr als Sponsoren. Die zehnte Corine ist unterfinanziert, es war sehr knapp in diesem Jahr.
Unter anderem, weil sich Weltbild im letzten Jahr aus dem Sponsorenkreis verabschiedet hat?
Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir Weltbild im nächsten Jahr als Sponsor wiedergewinnen können, das Unternehmen zeigt in diesem Jahr ein ausgeprägtes Interesse. Weltbild und die Corine passen einfach gut zusammen, beide sprechen ein ähnliches Publikum an.
Im Gegensatz zum Leser und dem Fernsehzuschauer: Heidenreich ist weg, die Vorleser dümpeln im Quotentief. Was macht Sie optimistisch, als Solitär im Fernsehen auch weiterhin zu reüssieren?
Es ist ein großer Unterschied, ob ich eine Literatursendung mache oder Bücher und Autoren inszeniere. Mit der Vergabe eines Preises spreche ich ein deutlich breiteres Publikum an. Kurze Einblicke in die Buchwelt sind unterhaltsam, machen Spaß und sind spannender inszeniert. Versuchen Sie mal „Kokoschkins Reise“ oder die „Verteidigung des Liberalismus“ zu inszenieren. Morgen Abend sehen Sie, was man daraus machen kann. Die 3sat-Leute verstehen ihr Handwerk schon.
In den vergangenen Jahren sind immer mehr Literaturpreise hinzugekommen, darunter auch der Deutsche Buchpreis. Wie profiliert sich die Corine dagegen?
Die Corine wird von der Branche oft als Konkurrenz zum Deutschen Buchpreis gesehen, dabei haben wir ganz unterschiedliche Ziele. Der Buchpreis ehrt einen unbekannten Debütroman. Die Corine inszeniert bekannte Bücher und Autoren, die man gerne wieder sehen möchte. Beim Deutschen Buchpreis gibt es viele Verlierer. Wir haben nur Gewinner und lachende Gesichter.
Sie werben damit, Branchenmarketing zu betreiben. Inwieweit wird die Branche dank der Corine anders wahrgenommen?
Normalerweise versteckt sich der Autor auf dem Cover seines Buches, selten wird er wiedererkannt. Bei der Corine erleben die Zuschauer den Autor auf der Bühne, lernen ihn kennen, sehen, wie er tickt. Darum greifen sie das nächste Mal auch eher zu, wenn sie ihn auf dem Cover sehen. Wir machen den Autor und das Buch zur Marke.
Die Fragen stellte Lucy Kivelip








