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Dienstag, 18. August 2009 (06:23 Uhr)


Reader's Digest USA insolvent

Unter der Schuldenlast kollabiert

Was General Motors in der Autobranche erleidet, das blüht Reader’s Digest nun auf dem Buchmarkt. Wie das Unternehmen gestern mitgeteilt hat, wird das US-Geschäft Insolvenz anmelden. Auf diese Weise soll die Schuldenlast verringert werden, von 2,2 Mrd auf 550 Mio Dollar. Der Insolvenzantrag betreffe nur das US-Geschäft; andere Sparten etwa in Europa und Asien seien nicht eingeschlossen.

Somit bestätigen sich Meldungen aus dem März 2009, nach denen das Unternehmen eine Anwaltskanzlei angeheuert habe, um einen Konkurs vorzubereiten. Damals dementierte Reader's Digest.

Dass die 1921 gegründete Firma heute unter der eigenen Schuldenlast ächzt, ist u.a. die Folge der Übernahme durch die Beteiligungsgesellschaft Ripplewood im Jahr 2007 für 2,6 Mrd Dollar. Die Private-Equity-Firma nahm das Medienunternehmen von der Börse und packte, im typischen Stil der PE-Unternehmen, Reader's Digest selbst die Kosten für die Übernahme in Form von Schulden auf die Schultern. Im November 2008 baute CEO Mary Berner weltweit 260 Stellen ab.

Nach Angaben des Unternehmens führen alle Reader's Digest-Gesellschaften in Kanada, Lateinamerika, Europa, Afrika, Asien und Australien/Neuseeland ihre Geschäfte ohne Veränderung in der Rechtsform oder ihrer Geschäftsbeziehungen mit Kunden, Lesern, Inserenten, Lieferanten und Geschäftspartnern weiter.

Werner Neunzig, Geschäftsführer von Reader's Digest Deutschland, Schweiz und Österreich (Foto), lässt sich in der Pressemitteilung wiefolgt zitieren: „In den vergangenen fünf Jahren konnte unsere lokale Gesellschaft in Folge ein stetiges Wachstum von Umsatz und Gewinn erzielen.“ Die eigene Geschäftstätigkeit sei „stabil und hochprofitabel“. Im Geschäftsjahr 2009 (30. Juni) sei der Umsatz in der Region um 5,4% gegenüber dem Vorjahr gesteigert worden. Zwar weist der Konzern die absoluten Umsatzzahlen für die Regionen nicht aus, nach buchreport-Informationen liegt der Jahresumsatz der deutschsprachigen Tochter über 200 Mio Euro, also rund einem Zehntel der weltweiten Erlöse. Die Dependance für den deutschsprachigen Raum sitzt in Stuttgart und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 200 Mitarbeiter.

Zwar weist der Konzern die absoluten Umsatzzahlen für die Regionen nicht aus, nach buchreport-Informationen liegt der Jahresumsatz der deutschsprachigen Tochter jedoch über 200 Mio Euro, also rund einem Zehntel der weltweiten Erlöse.
readersdigest.de, „Financial Times Deutschland“ (S. 8), readersdigest.com (Firmengeschichte)






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