Buchkunden sind gut vorinformiert
Buchhandel
Donnerstag, 04. Februar 2010 (11:02 Uhr)
Befragung in Großbuchhandlungen
Buchkunden sind gut vorinformiert
Die Kölner Agentur Die Gefährten hat 400 Buchhandelskunden von Mayersche und Stern Verlag in Düsseldorf, sowie Hugendubel in München nach ihrem Informations- und Einkaufsverhalten befragt. Von den befragten Kunden hatten 69% etwas gekauft. Die übrigen 31% hatten sich beraten lassen, ohne Ziel gestöbert, sich vor Ort informiert oder etwas umgetauscht.
Erkenntnisse:
- Fast 80% der Personen, die etwas gekauft haben, waren demnach bereits im Vorfeld informiert. Hier war das Internet mit Abstand das beliebteste Informationsmedium (80%), gefolgt von Kritiken (23%) und Kundenrezensionen (16%). Darüber hinaus fällen fast zwei Drittel ihre Entscheidung aufgrund persönlicher Empfehlungen.
- Interessiert sind die Kunden laut Befragung in erster Linie an "produktrelevanten", also wohl inhaltlichen Informationen, der Preis sei hingegen für die Befragten kein entscheidendes Kriterium, was in der Tendenz ein Aspekt in der aktuellen Preisdiskussion ist.
Auch Werbemaßnahmen vorab zahlten sich aus, schreibt die Agentur:
- 80% der Personen, die etwas erworben haben, sind Anzeigen zum Produkt aufgefallen und weitere 30% sind durch Buchvorstellungen im Hörfunk auf ein Buch aufmerksam geworden.
- Wer dagegen spontan in die Buchhandlung kam, wurde durch ein speziell angeteasertes Angebot (36%), durch die spontane Erinnerung an eine bestimmte Werbung (40%) oder interessante Schaufenster (24%) in das Geschäft gelockt.
- Am Point of Sale wurden wahrgenommen: Sonderaufbauten (50%), Plakate (34%), Deckenhänger (28%), Promotions (27%) und Broschüren (19%).
- 14% der Käufer sind laut Umfrage durch hervorgehobene Platzierung (Sonderaufbauten) zum Kauf eines zusätzlichen Buchs animiert worden.
Ein weiteres Ergebnis bestätig das Multi-Channel-Verhalten:
- Mehr als 80% würden ihre Bücher auch im Internet bestellen. Hauptgründe: Es sei weniger zeitaufwendig (55%) und bequemer (8%).
- Immerhin 20% sagen auch, es sei im Internet günstiger, wobei unklar bleibt, ob sie auf Marketplace-Angebote aus zweiter Hand anspielen oder auch bei Neuware diesen Eindruck haben. In den aktuellen Preisbindungs-Auseinandersetzungen mit Amazon spielt dieser Aspekt eine wichtige Rolle.















