buchreport-Diskussion über Multi-Channel
Virtuelles Schaufenster im Netz
Der stationäre Buchhandel bleibt die Nummer 1, verliert aber Marktanteile, die Online-Shops legen zu: Idealerweise werden beide Kanäle bespielt und intelligent verknüpft. Soweit die Multi-Channel-Idee. Nicht nur große Filialisten wie Thalia und Weltbild setzen auf diese Strategie, auch der inhabergeführte kleinere und mittlere Sortimentsbuchhandel versucht zunehmend, seine Kunden im Internet abzuholen. Wie das gelingen kann, darüber sprach auf der buchreport-Veranstaltung „Multi-Channel – Marketing-Geklingel oder Mega-Chance“ Chefredakteur Thomas Wilking mit den Buchhändlern Michael Riethmüller (Ravensburg) und Peter Peterknecht (Erfurt).
Einstieg in den Online-Handel nicht verpassen
Nach Einschätzung von Riethmüller gebe es zwar durchaus eine ganze Reihe an Sortimentern, die sich im Internet engagieren und ihre Internet-Seite als Verkaufsplattform und Visitenkarte nutzen, insgesamt habe der Sortimentsbuchhandel das Thema bisher aber vernachlässigt. Dabei ist das Online-Geschäft durchaus auch für den Standortbuchhandel lukrativ: Rund 100.000 Euro hat Riethmüller in diesem Jahr über seinen Internetbuchshop erwirtschaftet, ein zwar noch geringer Anteil am Gesamtumsatz, aber mit kontinuierlichem Zuwachs. Eine professionell gestaltete Website sei dazu aber eine Voraussetzung: „Eine gute Internet-Homepage ist so wichtig wie das Schaufenster im Geschäft.“
Auch Peter Peterknecht hält eine attraktive und vor allem aktuelle Homepage für unverzichtbar. Dabei sieht er die so genannten „White-Label-Lösungen“ der Barsortimente zwar durchaus als Möglichkeit für Buchhändler, mit geringem Aufwand einzusteigen. Für einen individuelleren Auftritt und um das Medium wirklich auszuschöpfen, müsse man jedoch mehr Zeit investieren. Ein Aufwand, der sich lohne: Allerdings seien die Umsatzzahlen allein nicht aussagekräftig, da viele Kunden sich auf der Internet-Seite informieren, aber dann doch für den Kauf ins Geschäft kommen.
Der Name des großen Konkurrenten Amazon kommt Peterknecht zwar nicht über die Lippen, doch er fürchtet ihn nicht: „Wir punkten mit unserer Beratungskompetenz.“ Dem stimmt Riethmüller zu, der mit einem selbstbewussten Slogan wirbt: „Wir sind besser als jede Amazone“.








