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Dienstag, 24. November 2009 (15:11 Uhr)


Libreka bindet Sortimenter ein

Karten auf dem Tisch

Monatelang haben die Buchhändler gerätselt, wie Libreka sie am E-Book-Geschäft beteiligen will. Jetzt hat die MVB die Karten auf den Tisch gelegt: Mit einem so genannten „E-Book-Transfer-Tool“ soll der Sortimenter auf der Verbandsplattform nach E-Büchern recherchieren und die Titel auf eine SD-Karte oder einen USB-Stick zum Verkauf an den Kunden kopieren können.

Die MVB vertreibt das Gerät über den hauseigenen Shop livendo.de. Um die Hardware in Betrieb zu nehmen, müssen die Sortimenter zunächst eine Software installieren, mit der die Recherche im E-Katalog von Libreka möglich sein soll. Mit dem Kartenschreiber können Titel dann auf eine SD-Karte oder einen USB-Stick kopiert und verkauft werden. Kosten für Software, Kartenschreiber und eine 2 GB-SD-Karte: 89 Euro.

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Matthias Ulmer aus Stuttgart

Donnerstag, 26-11-09 14:19

Lieber Herr Lenz, das sind zwei unterschiedliche Dinge: Ich habe mich gegen Ihren Aufmacher gewehrt: "Monatelang haben die Buchhändler gerätselt, wie Libreka sie am E-Book-Geschäft beteiligen will..." usw. Denn da musste niemand rätseln. Und natürlich wäre es skurril, wenn nach vier Jahren Vorarbeit das E-Book-Transfer-Tool das ganze Ergebnis für die Sortimenter wäre. Es ist so viel Falschinformation zum Thema im Umlauf, dass ich nicht müde werde um eine sorgfältige und wahrheitsgetreue Information zu bitten. Nicht nur im Buchreport, auch im Börsenblatt.

Nun zur anderen Frage: welche Bedeutung hat der Verkauf im Ladengeschäft? Es gab zahlreiche Arbeitsgruppen mit Sortimentern in der Konzeptionsphase von vto. Und da war die Aussage klar: Volltextanzeige um bei Beratungskompetenz im Laden, vorzugsweise aber im Rechnungsgeschäft, mit Amazons SITB gleichziehen zu können. Dann als zweiter Schritt: eine Volltextsuche für die Webshops. Im dritten dann den Verkauf von E-Books, wobei meines Wissens in diesen Sitzungen kein Sortimenter eine Download-Station für seine Buchhandlung als besonders drängend angesehen hat. Die spielten im Gespräch keine Rolle.

Es ist natürlich möglich, dass es heute Sortimenter gibt, die das anders sehen. Und es bleibt jedem überlassen, dazu eine eigene Meinung zu haben, sei es, dass diese Downloadstationen enorm wichtig sind, sei es, dass das nun gar kein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell ist.

Noch ein anderer Punkt: wenn man aus den aktuellen Umsätzen beim Thema E-Books als Verlag oder Sortimenter heute strategische Entscheidungen für die Zukunft trifft, dann ist das tollkühn (oder lebensmüde). Man sollte sich freuen, dass die Umsätze heute noch nicht höher sind. Denn es sind ja noch nicht mal 10% der Branche überhaupt technisch auf der Höhe, ein E-Book-Geschäft betreiben zu können. Dass der Markt noch nicht wirklich da ist gibt allen Zeit versäumte Entwicklungen nachzuholen.

 

Daniel Lenz aus Dortmund

Mittwoch, 25-11-09 06:32

Danke für Ihren Kommentar. Ich habe jedoch ganz andere Stimmen aus dem Sortiment gehört: Der Verkauf über den eigenen Shop sei nicht nicht besonders attraktiv, im eigenen Laden sehr wohl, weil der Buchhändler da seine Beratungskompetenz ausspielen und sein Stammpublikum an das neue Medium heranführen könne. Was mich bei Ihrem Kommentar wundert: Warum sollten Sortimenter den Verkauf im Ladengeschäft wünschen, ohne ihn als zukunftsträchtig zu erachten? Angesichts der Mini-Umsätze, die das Gros der Händler im Internet erzielen, dürften die E-Book-Erlöse über den eigenen Shop doch wohl eher zu vernachlässigen sein.

 

Matthias Ulmer aus Stuttgart

Dienstag, 24-11-09 23:44

Ist es wirklich so schwer, die Sachlage korrekt wiederzugeben?
Das Sortiment wird seit Dem Start von Libreka am Projekt beteiligt. Über 1500 Buchhändler haben Libreka vollständig in ihren Webshop eingebunden. Dort ist eine Volltextsuche nach dem Muster von Amazons Search Inside möglich. Seit der Leipziger Messe können alle auch die vorhandenen E-Books über ihren Shop anbieten. Dafür stehen verschiedene Stufen der Einbindung zur Verfügung. Der Verkauf von E-Books im Ladengeschäft ist ein Spezialfall, der vom Sortiment gewünscht ist, der aber von niemandem als besonders zukunftsträchtig gesehen wird.

 
 

 
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