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Bücher & Autoren
Mittwoch, 16. Januar 2013 (12:53 Uhr)


Merle Krögers „Grenzfall“ erhält den Deutschen Krimipreis 2013

„Wagemutiger Wurf“

Der Deutsche Krimipreis geht in diesem Jahr an die Filmemacherin und Autorin Merle Kröger für ihren Roman „Grenzfall“. Die Jury aus Krimi-Kritikern und Krimi-Buchhändlern bezeichnete „Grenzfall“ als „einen der unkonventionellsten Krimis der vergangenen Jahre“. 

Die aus Plön stammende und in Berlin lebende Autorin erzählt in ihrem Roman die Geschichte der rumänischen Wanderarbeiterin Adriana, die nach Deutschland reist, um den Mörder ihres Vaters zu suchen. Dieser kam 1992 im deutsch-polnischen Grenzgebiet ums Leben.

Der aus der Recherche zu einem Dokumentarfilm geborene Roman sei „realistisch und authentisch, zugleich doch hochfiktional, formal experimentierfreudig, multipolar und vielperspektivisch“, lobt Ulrich Noller vom WDR

Alle Platzierungen und die Jury-Bewertungen in der Übersicht:

1. Platz National:  Merle Kröger: „Grenzfall“ (Argument)

„Geboren aus der Recherche zu einem Dokumentarfilm, realistisch und authentisch, zugleich doch hochfiktional; formal experimentierfreudig, multipolar und vielperspektivisch; lebendig und voller Leben – am Ende möglicherweise sogar mit utopischem Potential“ rühmt Ulrich Noller vom WDR den im Argument Verlag erschienenen Roman. „Ein Wurf, das Buch einer wagemutigen Autorin.“

2. Platz National:  Friedrich Ani: „Süden und das heimliche Leben“ (Knaur)

Langsam und tastend entlüfte Tabor Süden das Geheimnis einer verschwundenen Kellnerin“, erklärt Volker Albers vom „Hamburger Abendblatt“. „Es ist die Geschichte einer großen Scham, die sich Süden offenbart. Eine Geschichte, die Friedrich Ani auf sensibel einfühlende Weise erzählt, sorgsam die Charaktere zeichnend und die Spannung dramaturgisch geschickt schürend. Es sind diese intimen Beobachtungen, jene tiefschürfenden, beiläufig gesetzten Beschreibungen von Seelenzuständen und ein Humor, der manchmal den Schrecken ummantelt und ihn fast versöhnlich macht, weshalb Friedrich Ani ein großer Kriminalschriftsteller ist.“

3. Platz National:  Oliver Bottini: „Der kalte Traum“ (Dumont)

„,Der kalte Traum’ erzählt von falschem Idealismus, von Liebe und Verrat. Und er erinnert an ein Kapitel europäischer und eben auch deutscher Geschichte, das man, mehr als zwei Jahrzehnte nach Ausbruch der Balkankriege, gerne verdrängen würde. Denn das gerade wiedervereinigte Deutschland war nicht unbeteiligt an dem Konflikt zwischen den ehemaligen Teilstaaten Jugoslawiens, der solch schreckliche Folgen haben sollte. Nach Ulrich Ritzels großartigem ,Schlangenkopf’ ist ,Der kalte Traum’ der zweite politische Kriminalroman in kurzer Zeit, der sich auf ästhetisch überzeugende Weise der Geschichte des Balkankriegs und der unrühmlichen Beteiligung unseres Landes daran widmet“, erklärt Jochaim Feldmann (CrimeMag). 

1. Platz International:  Sara Gran: „Die Stadt der Toten“ 
Original: „Claire deWitt and The City ...“, dt. von Eva Bonné (Droemer)

„Alles und alles neu zu erzählen, das Faktische und das Unfaktische“, sei das Konzept von Sara Grans Detektion, analysiert Tobias Gohlis von der „Zeit“ den Roman. „Kühn stellt sie Realitäts- und Erfahrungsebenen gegeneinander: Traum und philosophische Reflexion, Wachheit und Abschlaffung, Heute und Gestern. Ein grüner Papagei und ein obdachloser Ex-Detektiv – die Wahrheit ist überall und bei jedem zu finden und entzieht sich doch ständig. Berauscht und fasziniert von den Zen-Rätseln, die Gran aufgibt, vergisst man leicht ihre andere Seite: die genauen, unsentimentalen Schilderungen vom Widerstand der vom Sturm ramponierten und der Administration ruinierten Stadt. In der es – woher auch sollte es kommen? – kein Happy End gibt. Sondern bestenfalls eine neue Erzählung.“

2. Platz International: Helon Habila: „Öl auf Wasser“
Original: „Oil on Water“, dt. von Thomas Brückner (Verlag Das Wunderhorn)

„Lange nichts so erschütterndes gelesen“, schreibt Andreas Ammer von der ARD zum Roman. Man das Werk bereits mit Conrads „Herz der Finsternis“ verglichen, aber es gehe um mehr: „Joseph Conrads Welt ist versunken, aber die apokalyptische Welt von ,Öl auf Wasser’ existiert wirklich, wird alltäglich auch heute geschaffen von Mineralölkonzernen und Geschäftemachern, und jetzt auch erstmals beschrieben in einem Buch, das gleichzeitig erschütternder Reisebericht, grandioser Abenteuerroman, Aufklärungsbuch und Krimi ist. Großartig.“

3. Platz Internatipnal: Donald Ray Pollock: „Das Handwerk des Teufels“
Original: „The Devil all the Time“, dt. von Peter Torberg (Liebeskind)

„Nur sekundenlang blitzt so etwas wie Hoffnung auf. Zwei Jungen auf Fahrrädern biegen um die Ecke, und als er ihr sorgenfreies Lachen hört, wünscht sich der Serienmörder, jemand anderes zu sein. Doch dafür ist es längst zu spät. Der finsteren Welt des amerikanischen Autors Donald Ray Pollock entkommt man nicht. Hier tummeln sich religiöse Fanatiker, korrupte Polizisten und lüsterne Geistliche. Bei schwarzgebranntem Schnaps und gegrilltem Eichhörnchen zeigt sich das Elend der menschlichen Existenz in deprimierender Größe“, erklärt Joachim Feldmann von „WELT online“. 



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