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Bücher & Autoren
Montag, 07. Februar 2011 (13:57 Uhr)


Neue ARD/ZDF-Langzeitstudie zur Massenkommunikation

Bücher bleiben sichere Bank

Multitasking ist in der Theorie, z.B. in Frank Schirrmachers Buch „Payback“, zwar ein großes (Angst-)Thema (Multitasking als „ernsthafte Deformation”, „Staublunge des digitalen Zeitalters”, „Körperverletzung”), in der Praxis der alltäglichen Mediennutzung allerdings offenbar ein Exot. Die aktuelle ARD/ZDF-Langzeitstudie zur Massenkommunikation (hier ein Auszug) zeigt, dass die Medien auch im Jahr 2010 überwiegend exklusiv genutzt wurden. Erwartungsgemäß macht das Internet gegenüber den klassischen Medien dabei Boden gut. Aber überraschenderweise geht dies nicht zu Lasten von Büchern.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Multitasking: Insbesondere die Leitmedien Fernsehen und Hörfunk werden hauptsächlich exklusiv genutzt (ohne nebenbei zu lesen, etc): Ihre Exklusivnutzungsdauer beträgt 90 bzw. 87%.
  • Lediglich 9 Prozent der gesamten Mediennutzung entfallen auf die gleichzeitige Nutzung mehrerer Medien.
  • Allerdings stieg die Parallelnutzung bei allen in der Studie untersuchten Medien (Fernsehen, Radio, Zeitungen, Internet/Online, Zeitschriften, Bücher, Video/DVD, Tonträger) seit 2000 um gut 20 Minuten auf inzwischen 50 Minuten pro Tag an.
  • Fazit zu diesem Thema: In der  Gesamtbevölkerung seien entgegen häufig zu hörender Schlagworte wie Mobilität und Multioptionalität bisher keine echten Umwälzungen der Mediennutzungsmuster erkennbar.
  • Internet: Bei den intensivsten Nutzern des Internets, den 14- bis 29-Jährigen, stieg die Tagesreichweite von 2000 bis 2010 von 17 auf 73%; ihre tägliche Internetnutzungsdauer lag 2010 bei 144 Minuten (2000: 25 Minuten). Führend ist selbst in dieser Zielgruppe jedoch noch das Fernsehen (151 Minuten pro Tag), kurz nach dem Internet folgt der Hörfunk (136 Minuten).
  • Jenseits des Medien-Trios zeichnen sich deutliche Veränderungen ab. Besonders bei jüngeren Menschen hat die Tageszeitung stark an Reichweite und etwas weniger stark bei der Nutzungsdauer verloren.
  • Ebenfalls verloren haben unter den nicht-tagesaktuellen Printmedien die Zeitschriften, während das Lesen von Büchern für Alt und Jung attraktiv geblieben zu sein scheint. Die Reichweite lag in der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren 2010 bei 21% – auf dem gleichen Niveau wie 1985.
  • Auch bei den Jüngeren (14-29) blieb die Reichweite seit 2005 konstant (bei 22%).
  • Die tägliche Lektürezeit lag 2010 zwar leicht unter 2005 (22 zu 25 Minuten), doch in den Jahren davor schwankt die Dauer zwischen 15 und 22 Minuten.


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