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Donnerstag, 21. Februar 2013 (06:44 Uhr)


Buchhändler verklagen Amazon und Verlagskonzerne

„Kopierschutz sorgt für Amazon-Monopol“

Der Großteil des E-Book-Geschäfts läuft am klassischen Buchhandel vorbei. In den USA machen unabhängige Buchhändler gegen Amazon und die sechs größten Publikumsverlagsgruppen juristisch mobil. Vorwurf: Der von dem Onlinehändler und Random House, Penguin, Hachette, HarperCollins, Simon & Schuster, Macmillan favorisierte harte Kopierschutz sorge für ein Monopol.

Drei Buchhändler aus New York und South Carolina verweisen in einer Sammelklage- (class action)-Schrift (unten zu lesen) darauf, dass die Verträge mit den Verlagen den Einsatz von DRM verlangen, was dazu führe, dass die Kunden die Inhalte nicht kopieren oder auf anderen Geräten (gemeint sind z.B. E-Reader außerhalb des Kindle-Kosmos von Amazon) lesen können. Amazon, so die Kläger, „hat illegalerweise den Markt für E-Books in den USA monopolisiert oder versucht, diesen zu monopolisieren.“

Die Buchhändler Posman Books (Manhattan, New York), Book House of Stuyvesant Plaza (New York) und Fiction Addiction (Greenville, South Carolina) wollen mit ihrer Sammelklage „alle ähnlich situierten stationären Buchhändler“ vertreten. 

Die dominante Rolle von Amazon auf dem E-Book-Markt untermauern die Sortimenter mit Schätzungen zu Marktanteilen: Amazon kontrolliere über 60% des US-E-Book-Marktes, Barnes & Noble mit dem „Nook“-Programm rund 25% und Apple mit dem iBookstore rund 10%. B&N sei der einzige wahre Wettbewerber von Amazon, erleide aber „wirtschaftliche Schwierigkeiten“ und plane einen signifikanten Rückbau des stationären Geschäfts.

Die Sortimenter wollen erreichen, dass Amazon künftig kein proprietäres DRM (im Fall von Amazon heißt das Format .AZW) mehr verwenden darf; die Verlagsgruppen sollen Buchhändlern ermöglichen, E-Books ohne harten Koperschutz oder zumindest mit einem „Open-Source-DRM“ zu verkaufen, das ermögliche, dass auf verschiedenen Geräten E-Books gelesen werden können. Die Sortimenter pochen außerdem darauf, künftig selbst Verträge mit den „Big Six“ abzuschließen (statt beispielsweise die Infrastruktur des kanadischen E-Book-Anbieters Kobo zu nutzen, der selbst Verträge mit den Verlagen geschlossen hat).

Eine erste Reaktion: Der Autor Cory Doctorow sympathisiert zwar mit den Buchhändlern, moniert aber das mangelnde Fachwissen. Es gebe kein „Open-Source-DRM“ (hier mehr).



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