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Print on Demand mit Weiterungen

Ausland
Freitag, 08. Januar 2010 (11:01 Uhr)


Innovative Geschäftsmodelle: Teseo

Print on Demand mit Weiterungen

Die Frankfurter Buchmesse und buchreport zeigen in einer Serie interessante Geschäftsmodelle der Buchbranchen weltweit. Nach China, Deutschland, Großbritannien, den USA und Brasilien folgt Argentinien: Teseo tastet sich von Wissenschaftspublikationen an den Roman-Markt heran.

Der Verlag Teseo orientiert sich an der akademischen Welt und zielt darauf ab, den Bedarf an akademischen Veröffentlichungen zu kanalisieren. Doktorarbeiten und universitäre Forschungen sind für traditionelle Verlage, die hohe Auflagen anstreben, oft nicht rentabel. Über das System von Print on Demand druckt Teseo das Buch nur in dem Umfang, wie es die Leser im Web bestellen, dabei bietet der Verlag vorab die Möglichkeit einer digitalen Einsicht in Google Books Search. Er arbeitet mit Ama­zon, der die Bücher in der eigenen Druckerei in den USA herstellen lässt, außerdem mit der argentinischen Buchhandlung Prometeo und anderen virtuellen Buchhandlungen. Aber er verkauft seine Bücher auch als E-Book unter www.ebookexpress.com zum halben Preis der Printversion.

„Teseo ist ein einheimischer, digitaler Verlag, wir haben weder ein Lager noch fixe Nebenkosten. Es ist alles so eingerichtet, dass wir keinen festen Ort brauchen. Das Zentrum unseres Wirkungsfelds ist das Web und 90% der Software, die wir benutzen, ist kostenlos”, erklärt Teseo-Chef Octavio Kulesz, der bereits 70 Titel vorweisen kann. Für den Geschäftsführer ist das Fehlen von Lagerbeständen der Dreh- und Angelpunkt im Paradigma des sogenannten „long tail“, das das akademische Buch darstellt.

Seine Marketingstrategien zielen auch auf neue Instrumente und Formate: Die Buchpräsentationen sind digital, über Videopräsentationen in You Tube, und Presseerklärungen stehen in Blogs. „Entgegen der analogen Logik setzen wir immer auf die Nischen“, sagt Kulesz. Sein Team arbeitet mit Universitäten  und mit anderen Institutionen wie die Nationalbibliothek zusammen, um die Forschungsarbeiten der Stipendiaten zu verlegen.

Teseo gewann den Wettbewerb Incuba der Regierung der Stadt Buenos Aires, die neuen Unternehmergeist mit hohem Potenzial auszeichnet. „Durch Incuba bekamen wir viele Kontakte und wurden in unserer Arbeit ermutigt“, versichert Kulesz, der trotzdem eingesteht, dass der Gewinn bisher noch gering ist.

So werden auch neue, womöglich lukrativere Betätigungsfelder beackert:

  • Verknüpft mit Teseo ist der Verlag El fin de la noche, dessen Ziel es ist, Belletristik digital und via Print of Demand (POD) zu verlegen. Es ist der erste digitale Literaturverlag und zu seinen Autoren zählen etwa Pedro Mairal und Pablo Toledo, beide mit dem Romanpreis Clarín de Novela ausgezeichnet, oder anerkannte Dichter wie Fabián Casas und Daniel Durand.
  • Als nächstes Projekt will Teseo mit „Romane für Mobiltelefone“ ein neues Terrain bearbeiten, zu dem es bisher nur einige Erfahrungen aus dem Ausland gibt.

 

Zur Person: Octavio Kulesz

ist der CEO von Teseo, einem digitalen Verlag, den er im Jahr 2007 gründete, nachdem er schon vorher zusammen mit seinem Bruder Leopoldo Ediciones del Zorzal gegründet hatte. 2006 wurde Octavio Kulesz als „Verleger des Jahres“ vom British Council ausgezeichnet und wurde Mitglied der Society of Young Publishing (SYP).

editorialteseo.com
elfindelanoche.com

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