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Antiquariat
Donnerstag, 03. März 2011 (08:03 Uhr)


Rolf von Rheinbaben über Motive und Perspektiven des Verkaufs

Abebooks als stärkerer Motor für das ZVAB

Auf der Mediantis-Hauptversammlung im Februar war noch keine Rede von einem Verkauf der ZVAB an Amazon-Tocher Abebooks. Warum die Übernahme jetzt so kurzfristig erfolgen soll und welche Perspektiven sich eröffnen, erklärt der Vorsitzende des Mediantis-Aufsichtsrates, Rolf von Rheinbaben, im Interview mit buchreport.de.

Welchen Motiven folgen Sie beim Verkauf?

Die Erwartung, dass das ZVAB das vorhandene Potential noch  effektiver nutzen kann, weil ein „stärkerer“ Motor eingeschaltet  wird... und natürlich ein Kaufpreis, der positiv für die Aktionäre ist.

Wann ist der Entschluss gereift - bei der Mediantis-Hauptversammlung im Februar war noch keine Rede davon?

Wir haben in der Vergangenheit immer wieder Gespräche mit verschiedenen Interessenten geführt, die jedoch nie weiterführend waren. Diesmal kamen die Verhandlungen erst kurzfristig zu einem, wie wir meinen, für alle Beteiligten positiven Ergebnis.

Durch die Übernahme durch Abebooks ergibt sich eine massive Marktkonzentration. Welche Perspektive sehen Sie?

Für das ZVAB eröffnen sich eindeutig neue Perspektiven, um das Geschäft noch stärker zu fördern, aber auch alle anderen Plattformen können sich in ihrer Positionierung und Marktfokussierung weiterentwickeln. Wir erwarten kurz- und mittelfristig steigende Bestellungen für die Mitgliedsantiquariate des ZVAB.

Was wird aus Mediantis nach dem Verkauf?

Dazu können wir derzeit nichts sagen, haben aber auf der Hauptversammlung einige Weichen durch Satzungserweiterungen gestellt.

Die Fragen stellte Daniel Lenz.

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Hans-Joachim Schulz aus Haren

Donnerstag, 03-03-11 11:12

Wenn sich die Antiquare nicht zu ihrem eigenen Wohl organisieren können, dann haben sie den Untergang verdient.
Da hilft kein Jammern - der Kapitalismus lebt von denen die die Gelegenheiten der Zeit ergreifen und sich einen Sch.... darum kümmern, ob das politisch-moralisch korrekt ist.

 

Vera Eder aus Wien

Donnerstag, 03-03-11 10:53

Was wird aus uns kleinen Buchhändlern nach dem Verkauf? Kann man uns garantieren, dass zum Beispiel:
- unsere Eigenständigkeit als eigenständige wirtschaftliche Handelsunternehmen mit unseren eigenen Abläufen und AGB erhalten bleibt?
- oder wird man versuchen uns fremdzubestimmen: den Regeln und "Quoten" der immer größer werdenden Amazon-Plattform unterzuordnen?
- wird weiterhin Raum sein für "echte Qualität" (zum Beispiel Buchqualität, fachliche Beratung, Auswahl des Angebots) , die sich nicht mit den Amazon-Qualitätskriterien wie "schneller Versand" und "Verfügbarkeit" deckt?
- Kann man uns garantieren, dass die Provisionen nicht das Ausmaß der von Amazon eingehobenen Provisionen ausnehmen wird?
- Werden unsere eigenhändig erfassten Buchdaten auch in dieser Weise wiedergegeben und nicht durch einen automatisierten Prozess durch Norm-Einträge ersetzt (wie bereits bei Amazon üblich)
- Wird eine transparente und unkomplizierte Kommunikation zwischen Käufern und Verkäufern möglich sein? Die Möglichkeit für Direktanfragen (ohne zwischengeschaltete Kommunikationsseite wie bei Amazon) des Kunden an den Händler muss erhalten bleiben, damit wird das Kundenvertrauen gestärkt! ---- Die "größte Angst", die ich als kleine Buchhändlerin habe, ist jene, meine betriebliche Eigenständigkeit zu verlieren, weil die "Maschine Amazon" mir vorgibt, wie ich zu handeln habe - im schlimmsten Fall dienen wir nur noch als "Lieferanten" für die Plattformen... Übrigens: Ich bin seit 1998 Online-Buchhändlerin.

 
 

 
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