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Antiquariat
Mittwoch, 02. März 2011 (12:21 Uhr)


Abebooks will ZVAB übernehmen

Welt- schluckt Deutschland-Primus

In den vergangenen Monaten war es ruhig geworden, um den deutschen Marktführer unter den Marktplätzen für antiquarische Bücher. Jetzt folgt der Paukenschlag: Der Weltmarktführer Abebooks (seit 2008 eine Amazon-Tochter) übernimmt den von der börsennotierten Mediantis AG betriebenen ZVAB-Marktplatz. Der Verkauf soll im 2. Quartal 2011 über die Bühne gehen.

An der Frankfurter Börse legte das Mediantis-Papier um 8% auf 197 Euro (Stand: 13.30 Uhr) zu.

Über die Details zur Übernahme schweigen sich die Kanadier, die in Düsseldorf eine Dependance unterhalten, in einer Pressemitteilung aus. ZVAB-Mutter Mediantis erklärt, dass der auf ca. 4,5 Mio. Euro prognostizierte Umsatz für das Geschäftsjahr 2010/2011 dadurch auf etwa 2 bis 2,5 Mio. Euro reduziert werde. Das operative Ergebnis hatte Mediantis auf 250.000 bis 300.000 Euro taxiert.

Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2009/2010 lag der Umsatz bei 4,6 Mio. Euro (+ 4,2%) bei einem Gewinn von 1,16 Mio Euro.

„Mit der großen Auswahl an seltenen und antiquarischen Büchern ist zvab.com eine hervorragende Ergänzung zum internationalen Abebooks-Angebot“, erklärt Hannes Blum, CEO, in einer Pressemitteilung. „Wir freuen uns sehr darauf, zukünftig mit dem ZVAB-Team zusammenzuarbeiten. Wir werden sicherstellen, dass unsere Kunden sicher, schnell und bequem jedes Buch finden und kaufen können, das von zvab.com und Abebooks angeboten wird.“
 
„Die Zusammenführung mit Abebooks eröffne uns eine Vielzahl an Möglichkeiten – auch für die schnellere Umsetzung von Verbesserungen der Funktionalität des ZVAB“, lässt sich Bernd Heinisch, Gründer und Mitglied der Geschäftsleitung von zvab.com, zitieren. „Unser Ziel bleibt: mehr Bestellungen, bessere Funktionalität und mehr Kundenzufriedenheit.“
 
Mit der Übernahme wandern die Deutschen pikanterweise unter das Dach des US-Giganten Amazon, den sie 2011 noch juristisch bekämpft hatten. Im vergangenen Jahr erwirkte das ZVAB eine einstweilige Verfügung gegen die Preisparitäts-Klausel des Onliners (eine Art Buchpreisbindung für den Gebrauchtbuchmarkt, hier mehr).

Das ZVAB im Überblick (Quelle: ZVAB):

  • Das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher sieht sich als größter Online-Anbieter für deutschsprachige antiquarische Bücher.
  • Das ZVAB finanziert sich durch die monatlichen Beiträge, Listungsgebühren und Verkaufsprovisionen der Mitglieder.
  • Es sind ausschließlich gewerbliche Antiquariate als Mitglieder zugelassen.
  • Der über das ZVAB generierte Umsatz beträgt jährlich über 26 bis 30 Mio. Euro.
  • Mitgliedsantiquariate aus 27 Ländern bieten zusammen mehr als 35 Mio. Artikel an.
  • Täglich werden zwischen 4000 und 5000 Titel über www.zvab.com bestellt.

Fotomontage: buchreport.de



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