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Antiquariat
Mittwoch, 02. März 2011 (14:41 Uhr)


Antiquar Hermann Wiedenroth über die Übernahme des ZVAB

Angst vor Daumenschrauben

Hermann Wiedenroth, Inhaber des Antiquariats Das Bücherhaus, beobachtete schon die Umwandlung des ZVAB in eine Aktiengesellschaft mit größter Skepsis, in der Folge der „Gebühren-Daumenschrauben“ hat er sein Angebot drastisch reduziert. Wie er die Übernahme bewertet und wie er darauf reagieren will, erklärt der Antiquar im Interview mit buchreport.de

Welche Konsequenzen hat die Übernahme der ZVAB für Antiquare?

Wie sich die Übernahme in der Praxis auswirkt, kann ich noch nicht überschauen. Es heißt ja vom ZVAB, dass äußerlich alles beim Alten bleiben soll. Für uns Antiquare stellt sich vor allem die Frage: Erhöhen sich die Gebühren? Ändern sich die Qualitätskriterien? In dem Schreiben von heute wird die Übernahme ja eher wie eine Verwaltungsreform präsentiert. Als vor einiger Zeit der Beirat aufgelöst wurde, entfernte sich das ZVAB einen bedeutenden Schritt von uns Antiquaren; sollte irgendeinmal als Folge der Übernahme zum Beispiel nun auch der Firmensitz in Tutzing aufgelöst werden, würde sich die Distanz nicht nur im räumlichen Sinn noch einmal gewaltig vergrößern.

Wie wichtig ist das ZVAB für Antiquare?

Abebooks und ZVAB sind Dienstleistungsunternehmen, die ihr Geld aus meiner Sicht weitgehend risikofrei verdienen. Schon die Umwandlung des ZVAB in eine Aktiengesellschaft habe ich seinerzeit mit größter Skepsis verfolgt – einer Skepsis, die ich allen Unternehmungen entgegenbringe, die irgendwann nur noch auf Gewinnmaximierung aus sind oder in denen Geld mit Geld verdient wird. Deshalb empfehle ich, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Ich selbst pflege neben meinem Ladengeschäft eine eigene Internetseite und biete meine Bücher außerdem bei antiquariat.de und auf dem Ilab-Portal an; im ZVAB bin ich seit längerem nur noch mit weniger als der Hälfte meiner katalogisierten Bücher vertreten. Auch wenn das Internet eine bedeutsame Rolle spielt, könnte und wollte ich vom Internethandel ausschließlich nicht leben.

Und wie werden Sie jetzt weiter vorgehen?

Sollte die ZVAB-Übernahme durch Abebooks dazu führen, dass die Gebühren-Daumenschrauben noch fester angezogen werden als es ohnehin der Fall ist, würde ich mein Angebot schrittweise weiter reduzieren und mich eines Tages vom ZVAB oder seinem neuen Brotherrn gänzlich verabschieden. Das habe ich dem ZVAB vor Jahren schon gesagt, das gilt auch heute noch - und die ersten Schritte in diese Richtung bin ich mit der Reduzierung meines Angebots bereits gegangen.

Die Fragen stellte Lucy Kivelip.



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