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„Zentrifugale Tendenzen drohen“

Der angestrebte Zusammenschluss des Landesverbands NRW mit dem Bundesverband (hier mehr) hat in der Branche eine Diskussion über die Zukunft des Börsenvereins ausgelöst. Konrad M. Wittwer, Vorsitzender im Landesverband Baden-Württemberg, zweifelt daran, dass in einer neuen Struktur eine vergleichbare Leistung zu besseren Konditionen für die Mitglieder erbracht werden könnte.

Der Landesverband NRW will mit dem Bundesverband fusionieren. Ist dieser Schritt eine Option auch für Ihren Verband?
Im Augenblick ist dies keine Option. Der Landesverband Baden-Württemberg ist nicht nur kurzfristig in geordneten finanziellen Verhältnissen. Auch mittelfristig sehen wir unter diesem Gesichtspunkt keine existentiellen Probleme. Zudem ist der Landesverband getragen durch eine breite Zustimmung seiner Mitglieder. Sollte sich diese Zustimmung angesichts künftiger Entwicklungen allerdings einmal ins Gegenteil verkehren, dann gilt es über Optionen für die Zukunft zu debattieren und zu entscheiden. Dies alles aber vor dem Hintergrund einer weiterhin gegebenen funktionierenden Nahversorgung für die Mitglieder.

Angesichts der Größe des LV NRW - ist das der Auftakt zur Abschaffung der föderalen Strukturen im BV?
Ich denke, jeder Landesverband ist anders und für sich zu sehen. NRW hat nun, in Würdigung der wirtschaftlichen Entwicklung im Land, eine Prüfung dieser Option gewählt. Dieses Verfahren muss nun nicht automatisch für alle Landesverbände gleichermaßen gelten. Das hängt doch auch ganz wesentlich von der Mitgliederstruktur jedes einzelnen Landesverbandes ab.

Würde durch das Aufgehen von Landesverbänden und BV der Börsenverein insgesamt schlagkräftiger?
Nicht zwangsläufig. Der übernehmende Part muss wissen und können, was auf ihn zukommt. Und es ist ganz nüchtern festzuhalten, dass die Operation nur als gelungen gelten kann, wenn künftig eine vergleichbare Leistung zu besseren Konditionen für die Mitglieder erbracht wird. Hieran habe ich per Stand heute allerdings meine Zweifel.

Wie wichtig ist die regionale Nähe noch?
Die regionale, fallweise sogar lokale, Unterstützung der Mitglieder ist unabdingbar. Die Erfahrung in der Verbandsarbeit zeigt, dass dies - vor allem im kleineren und mittleren Sortiment - als hauptsächlicher Anspruch an den Verband gesehen wird. Hierbei spielen kurze Wege, rasche Reaktionszeiten und die Kenntnis auch der emotionalen Bedürfnisse eine entscheidende Rolle. Eine bestmögliche Erfüllung dieser Aufgaben galt uns in Baden-Württemberg bisher stets als Auftrag aus der Mitgliedschaft des Landesverbandes heraus. Eine wie auch immer denkbare neue Struktur muss den Mitgliedern neben materiellen Vorteilen die gleiche Sicherheit geben - andernfalls befördert es schlimmstenfalls zentrifugale Tendenzen zulasten einer generellen Mitgliedschaft im Börsenverein.

 



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