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„Wir sollten uns diesem attraktiven Markt nicht verwehren“

buchreport hat acht Online-Experten zu den Perspektiven elektronischer Bücher auf dem deutschen Buchmarkt interviewt. Ralf Müller, Geschäftsführer bei Droemer-Knaur:

Amazon hat mit dem „Kindle" einen neuen Versuch gestartet, dem E- Book zum Durchbruch zu verhelfen. Wie schätzen Sie die Chancen ein?
Das Thema eBooks beschäftigt uns als Verlagsgruppe schon seit längeren und wir sehen den eBook-Markt als einen Zukunftsmarkt, in den wir frühzeitig investieren möchten.

Wie stellen Sie sich auf den Trend zum elektronischen Buch ein?
Seit Mitte Juni bieten wir unter www.knaur-ebook.de unser erstes eBook Programm an. Das Programm besteht aus 50 Titeln im PDF Format, welches von unseren Kunden mit Interesse angenommen wird. Gemeinsam mit unserem Technologiepartner id.on werden wir bis zur Buchmesse das eBook als Produkt weiterentwickeln. Sowohl Lesekomfort als auch Benutzerfreundlichkeit sowie Leistungsumfang werden bis dahin deutlich erhöht werden.

Wo sehen Sie die größten Hürden dieses Marktes?
Mit Interesse verfolgen wir die Entwicklung welche Lesegeräte noch auf den Markt drängen und natürlich welche Lesegeräte sich schließlich durchsetzen werden, dass es auch in Deutschland für eBooks einen Markt gibt, davon sind wir fest überzeugt.

Wie hoch wird Ihrer Meinung nach der Anteil digitaler Bücher am Umsatz Ihres Verlags in 5 Jahren sein?
5-10%

Es gibt in den USA wie hierzulande Diskussionen zum Pricing von E- Books. auf welcher Basis sollten die Preise gesetzt werden?
eBooks sind nicht preisgebunden, insofern können wir nur eine Preisempfehlung geben oder auf unseren Websites die Preise so gestalten, dass wir die elektronischen Titel mit einem Rabatt von bis zu 20 Prozent gegen über den gedruckten Ausgaben anbieten können.

Hat der stationäre Buchhandel eine Chance, an dem Geschäft zu partizipieren?
Grundsätzlich ja. Wir können uns bpsw. sehr gut vorstellen, dass in Zukunft auch der stationäre Handel eBooks über Terminals anbieten könnte.

Läuten Kindle Co. den Tod des gedruckten Buches ein?
Nein und ich denke auch diese Diskussion ist hinfällig. Bei unseren amerikanischen Kollegen haben wir beobachtet, dass die meisten eBook-Käufer
a) bei nicht Vorhandensein des eBooks gar kein Buch gekauft hätten
b) bei Verlagen, die die eBooks als eigene Mediengattung mit eigener Preisgestaltung betrachten, eine Zunahme der Verkäufe zu beobachten ist
Wir Verlage sollten uns diesem attraktiven Markt nicht verwehren. Wir sollten vielmehr aus den Fehlern der Musikindustrie lernen.



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