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„Bestseller müssen als E-Books verfügbar sein“

buchreport hat acht Online-Experten zu den Perspektiven elektronischer Bücher auf dem deutschen Buchmarkt interviewt. Hans Kreutzfeldt, Verlags-Dienstleister für Datenaufbereitung und -konvertierung:

Amazon hat mit dem „Kindle“ einen neuen Versuch gestartet, dem E-  Book zum Durchbruch zu verhelfen. Wie schätzen Sie die Chancen ein?
Amazon's Kindle ist je gerade auch für Belletristik gedacht und zielt damit auf den Massen-Markt. So sind in den USA bereits mehrere große Verlage dazu übergegangen, jede Neuerscheinung gleich parallel zur Buchausgabe als eBook-Datei zu produzieren. Also gibt es jetzt nach den Nachschlagewerken auch genug Potenzial in der Belletristik ebenso wie bei den Sachbüchern!

Wie stellen Sie sich auf den Trend zum elektronischen Buch ein?
Als Verlags-Dienstleister für Datenaufbereitung und -konvertierung von in PDF, XML oder auch auf Papier vorliegenden Buchdaten stehen wir derzeit vor einer großen Herausforderung. Die Zielformate heißen EPUB und Mobipocket.

Wo sehen Sie die größten Hürden dieses Marktes?
Die Hürden fallen, wenn tatsächlich auch Bestseller als eBooks verfügbar und neue lesefreundliche eBook-Hardware mit einem schlüssigen Distributionskonzept gekoppelt wird. Ich bin zuversichtlich, dass diese Vision nun endlich Wirklichkeit wird.

Wie hoch wird Ihrer Meinung nach der Anteil digitaler Bücher am Umsatz des gesamten Buchmarkts in 5 Jahren sein? Wo liegt der Anteil heute?
Heute im deutschsprachigen Markt noch ein Nischenmarkt, in Kürze schon deutlich spürbar, in 5 Jahren ca. 10%, in bestimmten Bereichen auch darüber.

Es gibt in den USA wie hierzulande Diskussionen zum Pricing von E-Books. auf welcher Basis sollten die Preise gesetzt werden?
Amazon's $9.99 für Titel der Bestsellerliste der New York Times (mit Ausnahmen) ist quasi ein Paperback-Preis zum "Zünden" (Kindle = Zündholz). Es gibt heute auch deutlich teurere Kindle-Books. Grundsätzlich empfehlen wir als eBook-Richtpreis ca. 20% unter dem Printwerk. Eine Preisbindung für eBooks gibt es nicht. Aber ohne Auflagenfestlegung, ohne Kosten für Druck, Papier, Lager und Versand lassen sich eBooks doch einfacher als Printmedien kalkulieren!

Hat der stationäre Buchhandel eine Chance, an dem Geschäft zu partizipieren? Wie?
Daran arbeiten wir gerade.

Läuten Kindle & Co. den Tod des gedruckten Buches ein?
Unsinn! Die Erfahrung hat bisher gelehrt, dass es trotz eBooks Jahr für Jahr mehr Neuerscheinungen in Print gibt.



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