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USA: Kinderbuch gegen Kater

Buchmarkt zwischen Hoffen und Bangen

1 Buchkonjunktur: Die US-Buchbranche ist 2012 mit einem Umsatz‧minus von 1% besser als erwartet weggekommen, doch im laufenden Jahr herrscht angesichts fehlender „Fifty Shades“-Umsätze Katerstimmung. Nach vier Monaten haben die Publikumsverlage mit  2 Mrd Dollar 6,1% weniger umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Die Erwartungen an das Weihnachtsgeschäft sind hoch. Mit Rick Riordan und Jeff Kinney gehören zwei Kinderbuchautoren zu den Hoffnungsträgern.

2 Buchhandel: Während sich über der Zukunft von Marktführer Barnes & Noble nicht zuletzt aufgrund der verfehlten Nook-E-Reader-Politik immer größere Fragezeichen auftürmen, wächst im unabhängigen Buchhandel der Optimismus, 2013 ähnlich wie das Vorjahr abschließen zu können, das ein Plus von knapp 8% gebracht hatte. Zur positiven Stimmung passt die Meldung, dass die American Booksellers Association (ABA) im dritten Jahr hintereinander mehr Mitglieder zählt.

3 Digitalisierung: Das Digitalformat legt zwar weiter zu, aber das Wachstum hat sich deutlich verlangsamt. Bei den großen Publikumsverlagsgruppen steuern E-Books mittlerweile bis zu 30% zum Gesamtumsatz bei. Für Gesprächsstoff sorgt Amazons neues Angebot, das Printbuch und digitale Version im Paket enthält. Nicht nur unter den Verlagen ist „Kindle MatchBook“ umstritten – bislang ist nur HarperCollins mit wenigen Titeln dabei –, auch viele Agenten zeigen sich reserviert.

Die weiteren Aussichten: Die Branche wartet angespannt, wie der neue Verlagsgigant Penguin Random House seine Muskeln spielen lässt.

 

Bestseller: Thriller, Politpolemik und Oliver Pötzsch

Die US-Buchleser gehen bevorzugt auf Nummer sicher und greifen zu etablierten Namen. Thriller haben anhaltend Hochkonjunktur, nicht nur, wenn James Patterson, Dan Brown oder Lee Child auf dem Umschlag stehen.

  • Seit die Öffentlichkeit weiß, dass Debütant Robert Galbraith tatsächlich J.K. Rowling ist, ist sein Krimi „The Cuckoo’s Calling“ Dauergast auf den Bestsellerlisten.
  • Im Sachbuch dominieren neben biografischen Büchern polemische Bücher aus der erzkonservativen Ecke, die gegen Präsident Barack Obama wettern.
  • Bücher deutscher Autoren finden sich eher selten auf den Leselisten der Amerikaner. 2012 haben US-Verlage lediglich 156 Übersetzungsrechte eingekauft. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Mit seiner „Henkerstochter“-Serie ist Ullsteins Oliver Pötzsch der erste Autor von Amazon Publishing, der über 1 Mio Exemplare in allen Formaten verkauft hat, die meisten davon als Kindle-E-Book. 

 

Buchmarkt in Zahlen: USA

  • Umsatz: 20,52 Mrd €/–1% (zu Verlagsabgabepreisen)
  • Neuerscheinungen/Jahr: 301.642 (Ohne Print-on-Demand)
  • Preisbindung: nein
  • Mehrwertsteuer Bücher/Allgemein: 0% (Jeder Bundesstaat erhebt eine Verkaufssteuer zwischen 3 und 8%) 
  • Lizenzvergabe in die USA: 156 Titel
  • Anteil am dt. Lizenzgeschäft: 2,3%
  • Deutscher Buchexport in die USA: 61,6 Mio €
  • Wichtige Vertriebswege
  • – Buchhandel/Buchketten 31,5%
  • – Institutionelle Kunden 20,0%
  • – Internet 18,5%
  • Buchmesse: BookExpo America (BEA), Termin: 29.–31.5.2014, New York

Quelle: buchreport/Destatis/„Buch und Buchhandel in Zahlen“/BookStats/American Booksellers Association (ABA)/Bowker Books in Print



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