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USA: Zahlen machen Mut

Im US-Buchmarkt regt sich vorsichtiger Optimismus

1 Buchkonjunktur: Die US-Buchbranche ist 2011 mit einem Umsatzminus von 2,5% besser als erwartet weggekommen. Nachdem das 1. Halbjahr ein kleines Plus von 0,6% auf 6,98 Mrd Dollar gebracht hat,  wächst spürbar die Zuversicht, in der traditionell stärkeren 2. Jahreshälfte  noch eine Schippe zulegen zu können. Weil vor allem bei Toptiteln E-Books  mittlerweile teilweise die Hälfte der Verkaufszahlen ausmachen, treten die Verlage bei den Startauflagen jedoch erstmals spürbar auf die Bremse.

2 Buchhandel: Marktführer Barnes & Noble hat Spekulationen über die Zukunft seiner Ladenkette unter dem Konzerndach unmissverständlich eine Abfuhr erteilt. Im Frühjahrsquartal hat der Verkauf von Printbüchern überdurchschnittlich um 8,3% angezogen, bis zum Jahresende sollen erstmals seit drei Jahren wieder fünf Filialen eröffnet werden. Auch der unabhängige Buchhandel sieht sich gut aufgestellt. Die American Booksellers Association (ABA) meldet bis Mai ein Umsatzplus von 13,4%.

3 Digitalisierung: Zwar hat sich der Verkauf von E-Books in diesem Jahr verlangsamt, doch zweistelliges Wachstum ist immer noch die Norm. In den Publikumsverlagsgruppen steuern sie mittlerweile ca. 20% zum Umsatz bei. Dauerthema ist das Agency-Modell. Mit HarperCollins, Simon & Schuster und Hachette Book Group USA haben jüngst drei Verlage einen Vergleich unterzeichnet; voraussichtlich im Juni 2013 wird gegen Apple, Macmillan und Penguin vor Gericht verhandelt.

Die weiteren Aussichten: Mit einem breiten Aufgebot an Toptiteln haben die US-Verlage die Weichen für ein positives Weihnachtsgeschäft gestellt.

Bestseller: Spannungsbogen zwischen Thriller und Polemik

Die amerikanischen Buchleser gehen bevorzugt auf Nummer sicher und greifen zu etablierten Namen, wobei Thriller anhaltend Hochkonjunktur haben. Aktuelles Paradebeispiel ist Lee Child, der mit seinem neuen Spannungsroman „A Wanted Man“ die Bestsellerliste anführt. Auch James Patterson (Platz 5) gehört in diese Kategorie.

Im Sachbuch dominiert neben biografischen Büchern vor allem ein Thema: Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen am 9. November schießen politische Bücher aus erzkonservativer Feder seit Monaten wie Pilze aus dem Boden und machen polemisch Stimmung gegen Präsident Barack Obama. 

Buchmarkt in Zahlen: USA

  • Umsatz: 21 Mrd €/–2,5%*¹
  • Neuerscheinungen/Jahr: 328 259*²
  • Preisbindung: nein
  • Mehrwertsteuer auf Bücher: 0%*³
  • Allgem. Mehrwertsteuersatz: 0%*³
  • Lizenzvergabe nach USA: 192 Titel
  • Anteil am dt. Lizenzgeschäft: 2,4 %
  • Deutscher Buchexport in die USA: 51,51 Mio €
  • Zahl der Buchhandlungen: ca. 20504
  • Wichtige Vertriebswege
    – Buchhandel/Buchketten: 31,5%
    – Internet: 18,5%   
    – Institutionelle Kunden: 20,0%
  • Buchmesse:
    BookExpo America (BEA),        
    Termin: 30.5.–1.6.2013, New York
    Fachmesse

*1) Geschätzter Umsatz laut BookStats auf Basis der Verlagsabgabepreise  *2) Ohne Print-on-Demand  *3) Jeder Bundesstaat erhebt eine Verkaufssteuer zwischen 3 und 8%  *4) Nur ABA-Mitglieder
Quelle: buchreport/Destatis/„Buch und Buchhandel in Zahlen“/BookStats/American Booksellers Association (ABA)



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