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Japan: Digitale Impulse

Japans Buchmarkt richtet sich in der Krise ein

1 Buchkonjunktur: Der japanische Buchmarkt steht schon seit einigen Jahren stark unter Druck und ein Ende der Krise ist nicht absehbar. Aussagekräftige Zahlen sind notorisch schwierig zu bekommen; die aktuell vom Verlegerverband freigegebenen Statistiken, die einen Umsatz von umgerechnet rund 15,5 Mrd Euro ausweisen, stammen von 2011.

2 Digitalisierung: Obwohl die Japaner als Technikfreaks gelten und ihre Mangas schon lange ganz selbstverständlich auf dem Handy lesen, hat sich die Buchbranche mit E-Books und den entsprechenden Lesegeräten lange schwergetan. Das ist vorbei: Nachdem zuerst Rakuten im Juni 2012 mit den Kobo-Readern flächig eingestiegen ist, hat Amazon wenige Monate später nachgezogen. Mittlerweile gehen 38% aller verkauften E-Reader und Tablets auf das Konto der Amerikaner. Die Verlage konvertieren ihre Titel im Eiltempo ins E-Format. Bis 2016 rechnet ICT Research & Consulting mit einem digitalen Umsatz von umgerechnet knapp 1,4 Mrd Euro.

3 Buchhandel: Von den über 15 000 japanischen Buchhandlungen sind lediglich ca. 5000 im Buchhändlerverband organisiert. Marktführer Kinokuniya (Umsatz 2012: 870,3 Mio Euro) setzt auch international Akzente: Von den 86 Filialen sind 26 im Ausland angesiedelt, darunter in den USA und Australien. Zu den wichtigsten Märkten gehört Singapur, wo Kinokuniya kürzlich nicht nur eine neue Großfläche eröffnet, sondern auch 36 Schreibwarenshops von NBC Stationary & Gifts übernommen hat.

Die weiteren Aussichten: Nachdem sich die japanischen Verlage lange gesträubt haben, steht das E-Book-Geschäft 2013 vor dem Durchbruch.

 

Bestseller: Vorfahrt für Manga und Haruki Murakami

Japan ist die Heimat der Manga und Anime, die dort in unvorstellbaren Mengen verkauft werden. Etwa 25% des Verlagsumsatzes geht auf das Konto der bunten Bildergeschichten, die auch international zunehmend populärer werden.

  • Das Aushängeschild der japanischen Literatur und gefeiert wie ein Popstar ist Haruki Murakami. Sollte der 64-Jährige im Oktober mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet werden, für den er zum wiederholten Mal als Favorit gilt, würde er schon zu Lebzeiten zur Legende werden. Der neue Roman von Murakami, der mit seinen Büchern in Deutschland bei DuMont und btb zu Hause ist, führte aufgrund der hohen Vorbestellzahlen schon Wochen vor der Auslieferung die Bestsellerlisten an.
  • Japans Leser sind stark auf heimische Schriftsteller fixiert. Von wenigen Ausnahmen wie Dan Brown, E.L. James oder Joanne K. Rowling abgesehen, spielen internationale Bestsellerautoren nur eine Nebenrolle. Das gilt insbesondere für die Provinz.

 

Buchmarkt in Zahlen: Japan

  • Umsatz: ca. 15,5 Mrd €/–3,2% (2011, Bücher und Zeitschriften)
  • Neuerscheinungen/Jahr: 75 810
  • Preisbindung: ja
  • Mehrwertsteuer Bücher/Allgemein: 0%/5%
  • Lizenzvergabe nach Japan: 130 Titel
  • Anteil am dt. Lizenzgeschäft: 1,9%
  • Deutscher Buchexport: 15,9 Mio € 
  • Zahl der Buchhandlungen:  ca. 15 000
  • Wichtige Vertriebswege
  • – Buchhandel/Buchketten ca. 46%
  • – Internet ca. 17%
  • Buchmesse: Internationale Buchmesse Tokio, Termin: 2.–5.7.2014, Fachmesse

Quelle: buchreport/Destatis/„Buch und Buchhandel in Zahlen“



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