Japan: Vom Großdrucker zum Buchhändler
Der japanische Buchmarkt ist statistisch schwer zu erfassen; Zahlen stehen fast immer erst mit zeitlichem Abstand zur Verfügung. Fest steht jedoch, dass der Abwärtstrend der Buchbranche, die seit 1996 um über 20% geschrumpft ist, weitergeht, wenn auch in abgeschwächter Form.
Auf der Suche nach Lösungen kommt es zu ungewöhnlichen Konstellationen, die Anlass zu heftigen Spekulationen über bevorstehende Umwälzungen im Markt geben. Ganz besonders viel geredet wird über den Druckereikonzern Dai Nippon Printing Co. (DNP), der seit rund anderthalb Jahren sein Faible für den Buchhandel entdeckt und sich mehrheitlich an Maruzen und Junkudo beteiligt hat.
Auch nach Bookoff, dem expansiven Secondhand-Buchhändler mit über 1000 Ladengeschäften in Japan und Filialen in den USA (6), Kanada (1), Korea (2) und Frankreich (3), hat DNP seine Fühler ausgestreckt. Für eine ungenannte Summe hat der Großdrucker in Partnerschaft mit den Verlagen Kodansha, Shueisha und Shogagukan im Frühsommer 32% erworben, davon entfallen 18% auf DNP, den Rest teilt sich insgesamt das Verlagstrio.
1990 gegründet, ist Bookoff heute ein straff organisiertes Buchhandelsimperium, das mit umgerechnet 295 Mio Euro Umsatz zu den größten im Land zählt. Bookoff-Filialen sind übersichtlich gegliedert, optisch ansprechend gestaltet und unterscheiden sich nur im Preis vom Sortimentsbuchhändler um die Ecke.
Buchmarkt in Zahlen: Japan
Umsatz 2007: 14 Mrd Euro
Neuerscheinungen/Jahr 77 417
Durchschnittlicher Buchpreis k.A.
Preisbindung ja
Mehrwertsteuer auf Bücher 0%
Lizenzvergabe nach J 2008 150 Titel
Anteil am dt. Lizenzgeschäft 2%
Deutscher Buchexport nach Japan 2008 95,9 Mio €
Zahl der Verlage ca. 4100
Zahl der Buchhandlungen ca. 6000
Vertrieb/Vertriebswege
– Buchhandel k.A.
– Direktverkauf k.A.
– Internet 6-7%
Buchmesse:
Tokyo International Book Fair (TIBF)
Termin: 8.–11.7.2010
* Bücher u. Zeitschriften Quelle: buchreport/Frankfurter Buchmesse/„Buch und Buchhandel in Zahlen“



