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Frankreich: Staat gibt, aber nicht genug

Kurz nachdem die Schriftstellerin Christine Albanel 2007 Ministerin für Kultur und Kommunikation geworden war, legte eine ministerielle Arbeitsgruppe unter dem Kurztitel „Livre 2010“ einen Situationsbericht des französischen Buch-markts vor. In dem wurden Maßnahmen zur Stützung des unabhängigen Qualitätsbuchhandels vorgeschlagen:

  • Ein Gütesiegel für unabhängige Buchhandlungen.
  • Die Einrichtung einer Schiedsstelle für Verlage und Buchhändler.
  • Eine Unterstützung des unabhängigen Buchhandels durch direkte und indirekte Hilfen.

Zum 31. August 2009 haben nun die ersten 406 Buchhandlungen ein Qualitätssiegel erhalten: Sie dürfen sich fortan „Librairie Indépendante de Référence“, kurz Lir, nennen und sich u.a. über eine Gewerbesteuerbefreiung freuen.

Die betreffende ministerielle Entscheidung hat Albanels Nachfolger, Frédéric Mitterand, unterzeichnet. Der am 23. Juni angetretene Minister ist wie Albanel Kulturschaffender, hat sich u.a. als Autor, Schauspieler und Filmemacher einen Namen gemacht.

Der neue Minister darf indes dabei zuschauen, wie die Bibliothèque Nationale de France (BnF) – immerhin eine der größten Bibliotheken der Welt – Verhandlungen mit Google zur Digitalisierung ihrer Bestände führt. Der Grund: Für das eigene Digitalisierungsprojekt Gallica stellt die Regierung der BnF viel zu wenig Geld zur Verfügung. Allein für das Scannen der Bücher aus der Zeit der Dritten Republik (1871–1940) sind 80 Mio Euro fällig, vom französischen Staat gibt es aber im Jahr nur 5 Mio.

Kritiker sprechen angesichts der nun laufenden Verhandlungen der Nationalbibliothek mit dem US-Unternehmen von einem verlorenen „Kulturkrieg“ gegen die „amerikanische Vorherrschaft“.

Buchmarkt in Zahlen: Frankreich

Umsatz 2007    2,9 Mrd €

Neuerscheinungen 2008    63601 (+5,3%)

Durchschnittlicher Buchpreis 2007
– Hardcover    15,23 €
– Taschenbuch     5,10 €  

Preisbindung     ja, max. Rabatt 5%

Mehrwertsteuer für Bücher    5,5%

Lizenzvergabe nach F 2008    309 Titel
Anteil am dt. Lizenzgeschäft    4,0%
Buchexport nach F 2006    105 Mio €
Anteil am dt. Gesamtexport    9%

Zahl der Verlage    ca. 10 000

Zahl der Buchhandlungen    
Insg. mit regelm. Buchangebot    ca. 15000
Hauptverkaufsstellen    ca. 2500

Buchmesse:
Salon du Livre, Paris
Termin: Jeweils im März
Publikumsmesse mit Verkauf

Quelle: buchreport/Frankfurter Buchmesse/„Buch und Buchhandel in Zahlen“/Syndicat de la librairie française

 



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