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Frankreich: Retter des Handels

Französische Verlage und Politiker stehen Sortimentern bei

1 Buchkonjunktur: 2012 verzeichneten die französischen Verlage sowohl beim Umsatz als auch beim Absatz Einbußen. Der Gesamtumsatz sank um 1,2% auf 2,77 Mrd Euro, der Absatz um 2,1% auf 441 Mio Exemplare. Das Geschäft mit digitalen Ausgabeformaten, die in Frankreich noch immer vergleichsweise stiefmütterlich behandelt werden, legte gegenüber 2011 ein bisschen zu: E-Books machten 2,65% des Verlagsumsatzes aus, im Vorjahr waren es noch 1,2%.

2 Subventionierung: Neben den Politikern haben 2013 auch die Verlage ihr Herz für den stationären Handel entdeckt: Der Verlegerverband SNE hat unabhängigen Sortimentern 7 Mio Euro Direkthilfe in Aussicht gestellt. Auch die französische Regierung hat Fonds in Millionenhöhe versprochen. Außerdem wird die Mehrwertsteuer für gedruckte und digitale Bücher 2014 von 5,5 auf 5% sinken. Weitere Ansätze: Die Regierung macht sich dafür stark, den Kulturbereich bei den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit den USA auszusparen, um die Preisbindung zu schützen. Und aktuell fordern konservative Politiker, im Rahmen der Preisbindung portofreie Lieferungen verbieten zu lassen.

3 Buchhandel: Drei große Filialisten hatten in den vergangenen Monaten zu kämpfen. Während nach gescheiterten Übernahmeplänen alle 26 Virgin-Stores ihre Türen schlossen, hofft die frühere Bertelsmann-Tochter Chapitre noch auf einen Käufer. Mindestens neun Filialen sollen aber geschlossen werden. Auch Kering (vormals PPR), die Mutter des Marktführers Fnac, versuchte erfolglos, sich durch einen Verkauf von ihrer Medientochter zu trennen. Im Juni folgte als letzter Ausweg der Börsengang der Fnac, die weiterhin auf Sanierungskurs bleibt.

Die weiteren Aussichten: Der angeschlagene stationäre Buchhandel hofft auf eine Entspannung des Marktes durch die Hilfsmaßnahmen.

 

Bestseller: Französische Autoren behaupten sich wieder

Im Herbst erwacht mit der Rentrée littéraire alljährlich die französische Buchbranche aus der Lethargie, die in den Sommermonaten überall zu spüren ist. Besonders deutlich lässt sich das an der Bestsellerliste ablesen, deren Titel regelrecht durchmischt werden. Natürlich tummeln sich auch in Frankreich weiterhin E.L. James und Dan Brown in den Top 15. Trotzdem setzen jetzt auch heimische Autoren zunehmend wieder frische Impulse: 

 

  •  Amélie Nothombs 22. Roman „La nostalgie heureuse“ (Albin Michel) stieg wie seine Vorgänger aus den vergangenen Jahren im September auf Rang 1 der Bestsellerliste ein – und hält sich dort bislang.
  • Der 88-jährige Jean d’Ormesson reüssiert mit seinem neuen, philosophischen Roman „Un jour, je m’en irai sans en avoir tout dit“ (Lafont).
  •  Krimiautor Pierre Lemaître wagt sich mit „Au revoir là-haut“ (Albin Michel) erfolgreich ins Terrain der Belletristik. 
  •  Jean-Louis Fournier hat mit „La servante du Seigneur“ (Stock) einen Roman mit autobiografischen Zügen vorgelegt. Der Titel stieg auf Platz 10 ein.
  •  Und auch Françoise Bourdins neuem Familiendrama „D’eau et de feu“ (Belfond) gelingt auf Anhieb der Sprung in die Top 15.

 

Buchmarkt in Zahlen: Frankreich

  • Umsatz: 2,77 Mrd €/–1,2%
  • Neuerscheinungen/Jahr: 44.678
  • Preisbindung: ja (5% Spielraum)
  • Mehrwertsteuer Bücher/Allgemein: 5,5%/19,6%
  • Lizenzvergabe nach F: 303 Titel
  • Anteil am dt. Lizenzgeschäft: 4,4%
  • Deutscher Buchexport : 90,37 Mio € 
  • Zahl der Buchhandlungen: ca. 2000
  • Buchmesse: Salon du livre, Paris, Termin: 21. 24.3.2014, Publikumsmesse mit Verkauf

Quelle: buchreport/Destatis/„Buch und Buchhandel in Zahlen“/SNE



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