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China: Zweistellig im Plus

Chinas Buchmarkt ist weiterhin gut aufgestellt

1 Buchkonjunktur: Chinas Buchumsätze sind auch 2012 kräftig gestiegen: Umgerechnet 8,66 Mrd Euro Umsatz haben ein Plus von 12,3% gebracht. So dynamisch sich der Markt aber auch darstellt, bleibt er einer der am stärksten kontrollierten Industriezweige in China. Alle großen Verlage sind in staatlicher Hand, den kleinen Independents wird das Leben schwer gemacht, in dem ihren Büchern die ISBN verweigert wird. Auch im Buchhandel führt an den staatlichen Xinhua-Läden kein Weg vorbei.

2 Lizenzen: Für deutsche Verlage ist China mittlerweile der wichtigste Handelspartner. 1050 Lizenzen wurden 2012 dorthin verkauft, gut 15% des gesamten Lizenzaufkommens. Doch ob die Geschäfte auch weiterhin so gut laufen werden, ist zumindest fraglich: Rechtehändler berichten immer öfter, dass der Staat die Verlage unter Druck setzt, auf das sie umgekehrt vermehrt chinesische Lizenzen ins Ausland verkaufen.

3 Digitalisierung: Mit verlässlichen statistischen Daten ist das in China so eine Sache. Viele Zahlen beruhen auf Schätzungen, so wie die neue Statistik von China Youth Daily, dass angeblich mehr als 80% aller Chinesen Bücher online lesen. China ist einer der wenigen Märkte weltweit, in dem für Amazon nicht alles wunschgemäß läuft. Der Onliner Dangdang behauptet sich hartnäckig als Branchenprimus. Zu den Top‧managern gehört mit Shi Tao ein Geschäftsführer, der drei Jahre für Amazon China gearbeitet hat.

Die weiteren Aussichten: Alles andere als weiteres Wachstum sowohl im Printbereich als auch im digitalen Markt wäre eine Überraschung.

Bestseller: Senkrechtstarter Jingming ist das Maß aller Dinge

Chinesische Verlage kaufen fleißig internationale Bestsellerautoren ein, doch Schlagzeilen machen derzeit vor allem schreibende Eigengewächse.

  • Allen voran Guo Jingming, Teen-Idol und neuer Superstar, dessen „Tiny Times“-Dreiteiler seit Wochen die Bestsellerlisten anführt. Von jedem Band hat der Verlag Changjiang bislang über 1 Mio Exemplare verkauft und es werden täglich mehr. Bei der Verfilmung der drei Bücher hat der 30-jährige Jingming selbst Regie geführt. Teil 1 war im Juni ein Straßenfeger, Teil 2 kommt demnächst in die Kinos.
  • Mit jedem veröffentlichten Roman poliert Yu Hua, von dem in Deutschland u.a. das Epos „Brüder“ bei Fischer erschienen ist, sein Image als einer der wichtigsten zeitgenössischen Schriftsteller Chinas noch weiter auf. Sein neuestes Buch „The Seventh Day“ wird als Meisterwerk gefeiert.
  • Mo Yan hat zwar aktuell nichts Neues vorzuweisen, doch die Chinesen liegen ihrem ersten Literaturnobelpreisträger zu Füßen. Lesungen mit dem 58-Jährigen sind Wochen im yoraus ausverkauft.

 

Buchmarkt in Zahlen: China

  • Umsatz 2012: 8,66 Mrd €/+12,3%
  • Neuerscheinungen/Jahr: 242.000
  • Preisbindung: nein
  • Mehrwertsteuer (Bücher/Allgemein): 17%/17%
  • Lizenzvergabe nach China: 1050 Titel
  • Anteil am dt. Lizenzgeschäft: 15,3%
  • Deutscher Buchexport: 11,1 Mio € 
  • Zahl d. Buchhandlungen: ca. 172.000
  • Buchmesse: Internationale Buchmesse Peking, Termin: 27.–31.8.2014, Publikumsmesse

Quelle: buchreport/Destatis/„Buch und Buchhandel in Zahlen“/GAPP/BIZ Peking



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